Featured image of Metall-3D-Druck für den Desktop: Dieses Kickstarter-Projekt will den Metall-Filament-Trend retten Source: Kare 3D
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Den Hype dämpfen

Metall-3D-Druck für den Desktop: Dieses Kickstarter-Projekt will den Metall-Filament-Trend retten

Bild vonCarolyn Schwaar
Von Carolyn Schwaar
Aktualisiert am 14. Jul 2026

Das Startup Kare 3D hat gerade eine Kickstarter-Kampagne für einen Hochtemperatur-Desktop-3D-Drucker gestartet. Nach eigenen Angaben kann das Gerät fast jedes Material verarbeiten.

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Der einst so verlockende Traum von der extrusionsbasierten Metallverarbeitung geriet ins Stocken, als die Maker eine ernüchternde Feststellung machten. Der Drucker selbst war nur die Spitze eines riesigen Post-Processing-Eisbergs voller aggressiver Chemikalien zum Entbindern oder teurer Outsourcing-Optionen. Doch gerade als die breite Industrie das Handtuch in Sachen Edelstahl-Filament-3D-Druck für Heimanwender geworfen zu haben scheint, versucht eine neue Hochtemperatur-Kickstarter-Kampagne, die Marktschwäche zu überwinden.

Vor fünf Jahren war Ümit Coşkun nur ein Ingenieur mit einem Traum. Heute verfolgt er ein ehrgeiziges Desktop-Druck-Vorhaben und bringt den Kare S1 (2.200 €) auf Kickstarter auf den Markt. Es handelt sich um einen FDM-Drucker, der laut seiner Aussage ein Hotend mit 550 ºC besitzt und technische Materialien wie Metall-Filament in 3D drucken kann.

Kare 3D ist das Ergebnis dieses langjährigen Ziels: Eine Desktop-Fertigungsplattform, die den fortschrittlichen Polymer- und Metalldruck zugänglicher machen soll.

Es ist eine reizvolle technische Vision. Allerdings kommt die Kampagne zu einer Zeit, in der die Begeisterung für den Metall-Filament-Druck auf dem Desktop scheinbar abgekühlt ist. Die Bound-Metal-Extrusion bleibt technisch zwar interessant. Aber die Notwendigkeit des Entbinderns, Sinterns, der Schwindungskompensation und teurer Post-Processing-Geräte hat die Attraktivität über spezialisierte Anwender hinaus stark eingeschränkt.

Kare 3D gibt eine maximale Düsentemperatur von 550 °C an, doch in der Kampagne wird weder das Hotend genannt noch angegeben, ob es eigenentwickelt wurde (Quelle: Kare 3D)

Coşkun hofft auf Kickstarter-Finanzierung, um zwei Drucker zum Leben zu erwecken. Der Kare S1 hat einen Bauraum von 200 x 200 x 200 mm und kostet ca. 2.200 € (bzw. 1650 € für Early-Bird-Unterstützer). Der höhere S1 Plus bietet einen Bauraum von 200 x 200 x 480 mm. Er kostet ca. 2.850 € bei einem Early-Bird-Preis von 2.200 €.

Kare 3D gibt an, dass beide Maschinen über ein beheiztes Druckbett (150 °C) und einen aktiv beheizten geschlossenen Bauraum verfügen, der Temperaturen von bis zu 150 °C aufrechterhalten kann. Das Unternehmen wirbt außerdem mit Druckgeschwindigkeiten von bis zu 500 mm/s.

Die angegebene Hotend-Temperatur von 550 °C ist für einen Desktop-FDM-Drucker ungewöhnlich hoch. Sie übersteigt die Anforderungen gängiger Bound-Metal-Filamente und sogar der meisten PEEK-Drucke. Dies könnte Spielraum für zukünftige Materialien bieten. Bislang hat Kare 3D jedoch kein unterstütztes Filament benannt, das diesen vollen Temperaturbereich tatsächlich erfordert.

Zu den weiteren aufgeführten Merkmalen gehören ein Direct-Drive-Orbiter-Extruder, ein 4,3-Zoll-Touchscreen, WLAN-Konnektivität, Fernüberwachung sowie Unterstützung für Kare Slicer, Cura und Simplify3D.

Kare 3D bietet ein S1 Plus-Paket mit einer Waschstation von Drittanbietern und einem Sinterofen für ca. 13.160 € (oder 9.200 € zum Early-Bird-Preis) an. Bitte beachten Sie jedoch, dass der Drucker selbst nicht in diesem Zubehörpaket enthalten ist.

Dieser Preis verdeutlicht die zentrale Herausforderung bei der Desktop-Metallextrusion. Der Drucker an sich mag relativ erschwinglich sein. Der gesamte Workflow ist jedoch wesentlich teurer und komplexer, wie bereits Unternehmen wie UltiMaker, Raise3D und BCN3D festgestellt haben. Die Nutzer müssen Materialkosten, Ofenprofile, Belüftung, Prozesssicherheit und die Möglichkeit fehlerhafter Teile während des Entbinderns oder Sinterns einkalkulieren. Eine Alternative ist der zusätzliche Kosten- und Zeitaufwand, um Teile für das Post-Processing an externe Dienstleister zu schicken.

Die Kampagne nennt noch keine konkreten unterstützten Metall-Rohstoffe oder Legierungen. Allerdings werden BASF (heute Forward AM) und Zetamix in einer Grafik erwähnt. Es fehlen außerdem Daten zur Enddichte, Maßgenauigkeit, mechanischen Eigenschaften, Schwindungskompensation und zur Kompatibilität mit Materialien von Drittanbietern.

Ein ambitioniertes Projekt in einem vorsichtigeren Markt

Laut Kare 3D ist die Prototypenphase abgeschlossen. Nun sammelt das Unternehmen Geld, um die Produktion und den internationalen Vertrieb zu starten.

Coşkuns Ziel ist nachvollziehbar: Die Kombination aus Hochtemperatur-Polymerdruck und Bound-Metal-Fertigung auf einer einzigen Desktop-Plattform. Vor ein paar Jahren hätte dieser Vorschlag vielleicht noch größere Aufmerksamkeit erregt. Heute steht Kare 3D jedoch womöglich vor einer schwierigeren Aufgabe, als nur die Funktionsfähigkeit des Druckers zu beweisen. Das Unternehmen muss auch zeigen, dass noch genügend Kunden diesen Workflow überhaupt wünschen. Und es muss belegen, dass sein System den Metalldruck zuverlässiger, wirtschaftlicher oder bequemer machen kann als bestehende Alternativen (wie das Outsourcing an 3D-Druckdienste mit industriellen Prozessen).

Anmerkung der Redaktion – Dieser Artikel beleuchtet eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne. Kickstarter ist kein Onlineshop; Kampagnen sind rechtlich nicht verpflichtet, ihre Crowdfunding-Versprechen einzulösen oder Rückerstattungen für nicht erfüllte Kampagnen-Belohnungen anzubieten. Weitere Einblicke finden Sie in unserem Artikel 8 Things to Watch for When Backing a 3D Printing Kickstarter.
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Über den Autor:
Carolyn is All3DP’s senior editor and a journalist with 25+ years covering business and technology. Passionate about making tech accessible, her work also appears on Forbes.com.
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