Das Unternehmen bietet nun die reinen Polymer-Pellets an, die auch für die Herstellung seiner beliebten Filamente verwendet werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für den großformatigen Druck und eigene DIY-Filament-Experimente.
Prusa Research hat soeben die neue Materiallinie Prusament-Pellets angekündigt. Sie ist für den großformatigen 3D-Druck sowie für die Materialforschung gedacht. Zudem richtet sich das Produkt an alle, die ihr eigenes Filament herstellen möchten.
Es handelt sich dabei um dieselben Polymer-Pellets, die Prusa auch für die Herstellung seines eigenen Prusament-Filaments verwendet. Diese sind nun in vier ungefärbten Materialien erhältlich: PLA, PETG, ASA und PC Blend. Die Preise beginnen bei 39,99 € für 4 kg PLA oder PETG. Die größte Verpackungseinheit mit 12 kg PC Blend kostet hingegen 179,99 €.
Die Ersparnis gegenüber dem fertigen Prusament-Filament ist beträchtlich. Eine Standard-Filamentspule mit 1 kg Prusament PLA kostet normalerweise 32,99 €. Im Gegensatz dazu schlagen die neuen PLA-Pellets im 4-kg-Paket mit nur 9,99 € pro Kilogramm zu Buche. Beim Kauf von 14 kg sinkt der Preis sogar auf 9,28 €/kg. Das entspricht einer Ersparnis von über 70 % im Vergleich zum regulären Preis des fertigen Filaments. Natürlich muss jeder, der diese Pellets zu Filament verarbeiten möchte, die Kosten für einen Extruder, den Stromverbrauch und möglichen Materialausschuss einkalkulieren. Für großformatige Drucker, die Pellets direkt verarbeiten können, dürfte diese Kostenersparnis jedoch besonders attraktiv sein.
Ein besonders praktisches Detail ist, dass die Pellets bereits vorgetrocknet geliefert werden. Prusa trocknet seine Rohmaterialien grundsätzlich vor der Filamentproduktion. Daher verpackt das Unternehmen einen Teil dieser getrockneten Pellets in versiegelten Behältern oder Beuteln, um die Feuchtigkeitsaufnahme zu minimieren. Nach Angaben des Herstellers sind sie in den meisten Fällen direkt aus der Verpackung heraus einsatzbereit.
Zudem sind die Verpackungseinheiten mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 14 kg deutlich kleiner als die Mengen, die üblicherweise von industriellen Materiallieferanten angeboten werden.

Prusa stellt selbst keine pelletbetriebenen 3D-Drucker her, auch wenn wir uns das wünschen würden. Wenn Sie jedoch Zugang zu einem pelletbetriebenen 3D-Drucker haben, wie etwa dem Desktop-Modell Piocreat G5 Ultra oder dem großformatigen Re3D Gigabot X2, kann das Material direkt in die Maschine gefüllt werden. Anstatt Filament in ein Hotend zu führen, schmelzen und extrudieren diese Maschinen Kunststoffgranulat. Der Vorteil gegenüber Filament liegt darin, dass mehr Material in kürzerer Zeit aufgetragen wird. Je nach Drucker können bis zu mehrere Kilogramm Material pro Stunde verarbeitet werden. Das macht den Prozess besonders für große Objekte wie Möbel oder Lampenschirme attraktiv.
Für Hobby-Anwender bietet sich als weitere interessante Möglichkeit die Herstellung von individuellem Filament an. Jeder, der über einen Desktop-Filament-Extruder verfügt, kann die Pellets nutzen, um sein eigenes Filament zu produzieren. Dabei lässt sich wunderbar mit Farbstoffen, UV-Stabilisatoren oder verstärkenden Additiven experimentieren.
Dieser Schritt von Prusa könnte Materialexperimente für kleinere Werkstätten und Bildungseinrichtungen wesentlich zugänglicher machen. Gleiches gilt für ambitionierte Hobby-Anwender, die bei der Beschaffung von Rohpolymeren bisher oft an großen Mindestbestellmengen scheiterten.
Die neuen Prusament Pellets sind ab sofort im Online-Shop von Prusa erhältlich.
Lizenz: Der Text von "Prusa veröffentlicht Prusament-Pellets: Bis zu 70 % günstiger als Filament" von All3DP Pro unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.