BigRep entwickelt seine Ein-Kubikmeter-Plattform mit vollständiger XYZ-Automatisierung und einer Verlagerung hin zur Hochgeschwindigkeits-Pellet-Extrusion weiter, um die industriellen Materialkosten zu senken.
BigRep richtet sein Flaggschiff unter den großformatigen FDM-3D-Druckern auf eine zugänglichere Zukunft aus. Die neue One.5X ist nicht nur 10 % schneller; sie führt ein Pellet-Extrusionssystem ein (das noch in diesem Jahr erscheinen soll), welches verspricht, die Materialbetriebskosten für industrielle Bauteile in Originalgröße grundlegend zu verändern und massiv zu senken.
Die One.5X verfügt über technische Upgrades, die darauf abzielen, hartnäckige Schwachstellen beim Großformatdruck zu beseitigen, wie etwa die manuelle Kalibrierung und den hohen Materialaufwand.

Anstatt die One.5X als radikalen Neuanfang zu positionieren, entwickelt das in Berlin ansässige Unternehmen BigRep die One-Plattform kontinuierlich weiter. Die One.5X bewahrt die prägenden Merkmale der Plattform – allen voran das Bauvolumen von einem Kubikmeter – und führt gleichzeitig eine automatisierte XYZ-Kalibrierung, adaptives Mesh-Bed-Leveling, vorkonfigurierte Materialprofile, eine automatische sequenzielle Auftragsausführung sowie den Relay-Modus ein, der den Druckbetrieb auf einen zweiten Extruder überträgt, sobald das Material aufgebraucht ist.
Diese Funktionen treiben die Plattform gemeinsam in Richtung eines autonomeren Betriebs und ermöglichen laut Unternehmen verlängerte Druckzyklen – einschließlich der Produktion über Nacht – ohne manuelles Eingreifen.
Leistungssteigerungen ergänzen diesen Wandel. BigRep gibt an, höhere Druckgeschwindigkeiten von bis zu 250 mm/s mit Pressure-Advance-Algorithmen und Vibrationskompensation zu kombinieren, um die geometrische Treue und Oberflächenqualität bei erhöhtem Durchsatz beizubehalten.
Zum Preis der One.5X macht BigRep keine Angaben, doch das Vorgängermodell One lag im Bereich von 40.000 $ (rund 35.000 €).

Das Dual-Extrusionssystem wurde für höhere Durchflussraten und eine größere Flexibilität bei den Anwendungen optimiert. Das System unterstützt Düsendurchmesser von 0,6 mm bis 2,0 mm, einen Durchsatz von bis zu 200 g/h und Temperaturen von bis zu 280 °C.
Inkrementelle technische Verbesserungen zielen auf Zuverlässigkeit und Materialvielfalt ab. Die Dual-Drive-Filamentzuführung stabilisiert die Extrusion, während Diamantdüsen laut Unternehmen die Lebensdauer der Komponenten bei der Verarbeitung abrasiver Materialien verlängern. Die Switchplate-Druckoberfläche bietet weiterhin Modularität für verschiedene Materialien, unterstützt durch ein beheiztes Druckbett, das 80 °C erreicht.
Auch die Materialhandhabung wurde optimiert. Ein optionales geschlossenes Lagersystem reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme, und integrierte Sensoren ermöglichen automatische Pausen- und Wiederaufnahme-Workflows, um Fehldrucke zu vermeiden.

BigRep erweitert seinen Fokus über die Hardware hinaus auf die Orchestrierung von Workflows. Der Software-Stack des Unternehmens integriert Druckvorbereitung, Produktionsplanung und Flottenmanagement in einer einheitlichen Umgebung. Vorkonfigurierte Materialprofile, automatisierte Batch-Tools und Echtzeit-Überwachungsfunktionen zielen darauf ab, die Rüstzeiten zu verkürzen und gleichzeitig die Wiederholgenauigkeit und Ressourceneffizienz zu verbessern.
Diese vertikale Integration spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Großformatsysteme konkurrieren zunehmend nicht mehr nur über Hardware-Spezifikationen, sondern über die Kohärenz ihrer durchgängigen Produktionsökosysteme.

Es wurde Zeit, dass BigRep einen Schritt weitergeht und nun auch den Druck mit günstigeren und vielseitigeren Pellet-Materialien ermöglicht. Anstatt das Rad neu zu erfinden und einen eigenen Pellet-Extruder zu entwickeln, entschied sich das Unternehmen für eine Partnerschaft mit einem der führenden Extruder-Hersteller auf dem Markt, dem US-amerikanischen Unternehmen Massive Dimension.
Laut BigRep bietet der gemeinsam entwickelte MDX-Extruder eine vereinfachte Architektur mit weniger Komponenten und geringerem Gewicht, was die Wartung erleichtert und die Servicefreundlichkeit verbessert. Da der MDX 25 % leichter als sein Vorgänger ist und aus 40 % weniger Teilen besteht, werden potenzielle Fehlerquellen minimiert.
Der Druck mit Pellets senkt nicht nur die Materialkosten und erhöht die Deponieraten, sondern ermöglicht auch eine breitere Palette an Materialien und Additiven. Dies ist besonders relevant für großformatige Anwendungen wie Gussformen, Möbel und Strukturbauteile.
Durch die Unterstützung von Pellet-Materialien kann BigRep nun sowohl mit roboterarmbasierten 3D-Druckern als auch mit FDM-Systemen von Herstellern wie JuggerBot 3D, Re3D und WASP konkurrieren.
BigRep gibt an, dass der MDX bis Ende des Jahres verfügbar sein soll, hat jedoch noch nicht bestätigt, ob er zur Standardausstattung der One.5X gehören oder als optionales Add-on angeboten wird. Wir hoffen, auf der Rapid + TCT nächste Woche Antworten darauf zu erhalten, wenn wir das System persönlich in Augenschein nehmen.
Zusammengenommen unterstreichen die One.5X und der Schritt zur Pellet-Extrusion die strategische Ausrichtung von BigRep: kontinuierliche Iteration einer ausgereiften Plattform, gepaart mit gezielter Expansion in angrenzende Technologien.
Lizenz: Der Text von "BigRep One.5X: Ein-Kubikmeter-Gigant setzt auf Automatisierung und kosteneffiziente Pellet-Extrusion" von All3DP Pro unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.