Der neue Nano von Creality benötigt in seiner mehrfarbigen Konfiguration 37 % weniger Platz, verzichtet dafür jedoch auf das geschlossene Filamentfach und die Kompatibilität mit flexiblen Materialien wie TPU.
Creality hat seine SparkX-Reihe für Einsteiger mit der Einführung des SparkX i7 Nano (299€) ein weiteres Modell in seine SparkX-Reihe aufgenommen – ein Desktop-3D-Drucker für Vierfarbdruck, der über eine kompaktere Filamentkonfiguration verfügt als das ursprüngliche Modell i7 Color Combo, das im Januar auf den Markt kam.
Trotz des Namens bedeutet die Bezeichnung „Nano“ weder, dass es sich um einen kleineren Drucker handelt, noch dass er ein reduziertes Druckvolumen hat. Auf der aktuellen Produktseite von Creality wird der SparkX i7 Nano Combo zusammen mit dem Color Combo, dem Autofill Combo und dem eigenständigen SparkX i7 aufgeführt; dort wird sogar darauf hingewiesen, dass die Nano Combo-Modelle als „i7 + CFS Nano i7-Bausatz“ versendet werden können. Mit anderen Worten: Die wichtigste Neuerung ist hier die Filament-Management-Hardware, die die bestehende i7-Plattform ergänzt.

Die auffälligste Änderung betrifft die Anordnung des Filaments. Anstatt auf das große CFS-Lite-Gehäuse neben dem Drucker zurückzugreifen, die Nano-Konfiguration nutzt aus einrastbaren Spulenhaltern und einen optimierten Filamentverlauf. Creality gibt an, dass diese Änderung den benötigten Platz auf dem Schreibtisch im Vergleich zum externen CFS-Lite-Gehäuse um 37 % reduziert.
Der Vierfarbdruck wird vom neuen CFS Nano, also dem Creality Filament System Nano, übernommen, das oben auf dem Drucker montiert ist. Creality beschreibt es als Doppelmotorsystem: Ein Motor wählt zwischen den Filamentkanälen, während ein anderer für den Vorschub und den Rückzug des Filaments zuständig ist. Dementsprechend enthält die Spezifikationstabelle des Unternehmens einen Filamentvorschubmotor; der zweite Motor übernimmt den Kanalwechsel.
Das CFS nano verfügt über vier Filamentschächte und unterstützt das automatische Ein- und Auslegen von Filament, die Filamentendeerkennung sowie das automatische Vorladen und Nachladen von Filament. In der Pressemitteilung von Creality wird außerdem angegeben, dass das Auslesen von Filamenten per RFID zur Konfiguration des Nano optional ist. Das CFS nano selbst misst nur 127 x 85 x 65 mm und wiegt 445 g; die Filamentspulen werden offen und nicht in einem Gehäuse aufbewahrt.

Der Drucker behält das Druckvolumen von 260 x 260 x 255 mm des SparkX i7 bei, bei einer angegebenen maximalen Druckgeschwindigkeit von 500 mm/s. Das aktuelle Datenblatt von Creality gibt zudem eine Beschleunigung von bis zu 10.000 mm/s² an.
Er ist serienmäßig mit einer Düse aus gehärtetem Stahl ausgestattet. Das Hotend erreicht 300 °C, wobei Creality Düsen mit einem Durchmesser von 0,2; 0,4; 0,6 und 0,8 mm unterstützt. Die Druckplatte besteht aus einer beidseitig strukturierten PEI-Folie; das Druckbett wird auf bis zu 100 °C erhitzt, und der Drucker nutzt eine vollautomatische Nivellierung in Verbindung mit „Input Shaping“ und „Pressure Advance“.
Auch der Druckkopf des i7 wurde mit Blick auf die Wartung entwickelt. Creality hebt ein werkzeugloses Schnellwechsel-Hotend hervor, zusammen mit leicht austauschbaren Komponenten wie dem Extruderhebel und dem Filamentschneider. Der Drucker nutzt eine direkt angetriebene Extrusion und verfügt über eine Filamentend-Erkennung, eine Wiederaufnahme nach Stromausfall sowie eine Überwachung des Verschleißes des Filamentschneiders.
Neben der Mechanik gibt es viel Automatisierung. Die integrierte 720p-Kamera mit KI überwacht die Drucke; tatsächlich hob Creality in der Ankündigung des Nano ausdrücklich die Erkennung von „Spaghetti“ und „Air-Printing-Erkennung“ im Druck hervor. Die aktuellen Spezifikationen des i7 umfassen darüber hinaus die Erkennung von Filamentverwicklungen und die Überwachung der Druckplatte. Außerdem verfügt er über eine drehbare Sichtschutzabdeckung für die Kamera.
Ebenfalls wieder dabei ist die CubeMe-Funktion von Creality, die mithilfe von KI 2D-Porträtbilder in mehrfarbige 3D-Modelle umwandelt. Darüber hinaus verfügt der i7 über einen 2,85-Zoll-Farb-Touchscreen, WLAN-Verbindung und Dateiübertragung per USB, 8 GB internen Speicher, programmierbare RGB-Statusbeleuchtung und das Betriebssystem Creality OS. Als kompatible Slicer-Software wird Creality Print 6.3 oder eine neuere Version angegeben.
Der SparkX i7 Color Combo vom Januar verwendete das CFS Lite, und genau in diesem Filamentsystem liegen die wesentlichen Unterschiede. Das CFS Lite misst 362 x 227 x 364 mm und wiegt 3,42 kg, während das CFS Nano 127 x 85 x 65 mm groß ist und 445 g wiegt. In der Dokumentation von Creality vom Januar wurde empfohlen, 876 mm horizontalen Platz für den i7 Color Combo und das separat aufgestellte CFS Lite einzuplanen.
Die Verkleinerung des Systems bringt einige Abstriche mit sich.
Das CFS Lite bietet Platz für vier Spulen und nutzt Trockenmittel zur Lagerung des Filaments, während beim CFS Nano die Spulen offen liegen. Der Lite verfügt zudem über vier spezielle Antriebsmotoren und ist kompatibel mit PLA, PETG, PLA-CF und ausreichend hartem TPU. Creality gibt an, dass das Nano mit PLA, PETG und PLA-CF kompatibel ist. Beide Systeme unterstützen den Druck mit bis zu vier Farben sowie das automatische Nachladen des Filaments, und keines der beiden lässt sich durch den Anschluss mehrerer kompatibler CFS-Einheiten erweitern.
Damit ist der Nano weniger ein Ersatz für den SparkX i7 als vielmehr eine kompaktere Möglichkeit, diesen für den Mehrfarbendruck zu konfigurieren: Er tauscht die geschlossene Filamentaufbewahrung des CFS Lite und dessen größere Materialkompatibilität gegen ein deutlich kleineres und leichteres Filamentsystem ein.
Auch bestehende Besitzer eines i7 müssen ihre Drucker nicht austauschen, um die neue Konfiguration nutzen zu können. Creality gibt an, dass sich das CFS Nano ohne größere Änderungen an bestehenden SparkX i7-Geräten installieren lässt, und die Support-Dokumentation enthält eine spezifische Anleitung zur Anpassung. Das im Juli veröffentlichte Firmware-Update hat die Kompatibilität des i7 mit dem CFS nano hinzugefügt. Der Creality-Shop in den USA bietet außerdem das separate Spark i7 CFS Nano-Kit für 69 US-Dollar an, das den CFS nano, die Halterung, den Spulenhalter, das Kabel, die PTFE-Röhrchen, das Installationszubehör und weitere Montageteile enthält.
Creality kündigte den SparkX i7 Nano mit dem CFS-Nano-Bausatz für 299 Euro in den USA ab dem 15. August an. Der US-Shop des Unternehmens bietet die Nano derzeit ebenfalls für 299 US-Dollar an, allerdings wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels in der Produktbeschreibung der 28. August als voraussichtlicher Liefertermin angegeben. Das CFS-Nano-Kit, das separat für 69 US-Dollar erhältlich ist, hat derzeit ebenfalls den 28. August als voraussichtliches Lieferdatum.
Für Besitzer des ursprünglichen i7 könnte diese Upgrade-Option für 69 Euro letztendlich der interessanteste Teil der Ankündigung sein: Creality hat den i7 selbst nicht wirklich in einen Nano umgewandelt. Stattdessen hat das Unternehmen die Größe seines Vier-Farben-Filament-Systems erheblich reduziert.
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