Mit einem kohlefaserverstärkten Kern und einem Mantel aus schlagzähmodifiziertem ASA soll das neueste Filament von Siraya Tech hohe Steifigkeit mit besserer Schichthaftung verbinden.
Kohlefaserverstärkte Filamente bieten eine höhere Steifigkeit und Dimensionsstabilität. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Faserverstärkung auch die Haftung zwischen den gedruckten Schichten schwächen kann. Siraya Tech will diesen Zielkonflikt mit seinem neuen Fibreheart ASA-CF Core (ca. 45 €/kg) lösen. Das Filament konzentriert die geschnittenen Kohlefasern im Kern. Dieser ist von einem faserfreien Mantel aus schlagzähmodifiziertem ASA umgeben.
Mit 20 Gewichtsprozent ist der Kohlefaseranteil hoch. Laut Siraya Tech sorgt der verstärkte Kern für Steifigkeit, während der äußere Mantel die Haftung zwischen aufeinanderfolgenden Schichten fördert.
Die Idee dahinter: Die mechanischen Vorteile von Kohlefaser sollen erhalten bleiben, ohne die Festigkeit in Z-Richtung zu beeinträchtigen. Genau die ist traditionell eine Schwachstelle von FDM-gedruckten Teilen.

Erfunden hat Siraya Tech das Faserkern-Konzept zwar nicht: QIDI Tech bietet bereits ein ähnliches ASA-Filament mit Kohlefaserkern an. Siraya Tech hat das Prinzip aber in mehr Varianten im Programm als die Konkurrenz. Das neue ASA Core ergänzt das ABS Core und das PPA Core des Unternehmens.
Laut internen Tests von Siraya Tech erreicht ASA-CF Core eine Zugfestigkeit in Z-Richtung von 33 MPa. Für ein verstärktes Filament ist das ein vielversprechender Wert. Zum Vergleich: Das Fiberon ASA-CF08 von Polymaker enthält nur 8 % Fasern und kommt auf 25 MPa in Z-Richtung. Bambu Lab gibt für sein ASA-CF 30 ± 4 MPa an. Der Kohlefaseranteil ist dort allerdings höchstens halb so hoch wie beim Fibreheart ASA-CF Core. Interessanterweise geben die meisten Hersteller von Kohlefaser-ASA gar keine Zugfestigkeit in Z-Richtung an, sondern nur die in XY-Richtung.
Der Aufbau aus Mantel und Kern könnte noch einen weiteren Vorteil haben: weniger Verschleiß an der Hardware.
Kohlefaserverstärkte Filamente sind für ihre stark abrasive Wirkung berüchtigt. Weil die Fasern in der Mitte konzentriert sind, kommen sie jedoch weniger direkt mit der Düse und den Extruderzahnrädern in Berührung. Siraya Tech behauptet nicht, dass Sie auf die gehärtete Stahldüse verzichten können, die faserverstärkte Filamente normalerweise erfordern. Im Vergleich zu herkömmlichen Kohlefaser-Verbundwerkstoffen könnten Sie den Abrieb aber verringern und so die Lebensdauer Ihrer Hardware verlängern.
Da das Filament auf ASA basiert, ist es zudem UV- und witterungsbeständig. Das macht es zu einer guten Wahl für funktionale Teile im Außenbereich. Außerdem hebt Siraya Tech geringes Warping (Verzug), hohe Dimensionsstabilität und eine feine matte Oberfläche hervor. Als Einsatzgebiete nennt der Hersteller Autoteile, Drohnenrahmen und andere mechanisch stark beanspruchte Teile, die Wind und Wetter ausgesetzt sind.
Laut Siraya Tech ist außerdem eine herkömmliche ASA-CF-Rezeptur in der Entwicklung. Damit bekommen Anwender eine weitere verstärkte Option innerhalb der ASA-Familie.
Fibreheart ASA-CF Core kann ab sofort über Amazon.com bestellt werden und ist bald auch auf der offiziellen Website von Siraya Tech erhältlich.
Lizenz: Der Text von "ASA mit Kohlefaserkern: Neues Filament von Siraya Tech verspricht bessere Schichthaftung" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.