Ein Gehäuse für Ihren Bambu Lab A1 ermöglicht den Druck von technischen Materialien. Es bringt jedoch auch zusätzliche Risiken mit sich.
Sollten Sie einen offenen Bambu Lab A-Series-Drucker in ein Gehäuse einbauen? Die Antwort von Bambu Lab lautet ganz klar: Nein. In den offiziellen FAQs wird ausdrücklich davon abgeraten, diese Geräte einzuhausen. Der Grund dafür ist die Sorge vor einem Hitzestau im Inneren. Wir lesen jedoch in den Foren mit. Daher wissen wir, dass viele Besitzer dies trotzdem tun.
Wir verstehen das vollkommen. Vielleicht drucken Sie mit einem Filament, das von einer konstanteren Kammertemperatur profitiert. Oder Sie möchten Zugluft vermeiden, die Ihre Schichthaftung ruiniert. Womöglich möchten Sie auch Dämpfe und Emissionen nach draußen ableiten, anstatt sie im Raum zu verteilen. Vielleicht stören Sie sich aber auch einfach nur an Staub und Tierhaaren, die sich zwischen den Druckaufträgen auf dem Gerät ansammeln. Oder Sie möchten Ihre Schüler davor schützen, bewegliche Teile oder heiße Oberflächen zu berühren.
Außerdem ist es sehr verlockend, einen günstigen A1 Combo in etwas wie einen geschlossenen P2S Combo zu verwandeln. Gleiches gilt für das Upgrade eines größeren A2L Combo in etwas, das einem geschlossenen H2C ähnelt – und das zu einem Bruchteil des Preises.
Wenn Sie also Ihren Drucker der A-Serie trotzdem einhausen möchten (was wir ausdrücklich nicht empfehlen), erklären wir Ihnen hier, warum Bambu Lab davon abrät. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie bei der Umsetzung achten sollten und welche Gehäuse Ihnen zu besseren Drucken verhelfen können. Dabei lässt sich das Risiko von Überhitzung und Schäden zwar reduzieren, aber nicht völlig ausschließen.
Die offiziellen FAQ zum Bambu Lab A1 äußern sich hierzu sehr unmissverständlich. Dort steht ausdrücklich, dass von einer Einhausung des A1 unter allen Umständen abgeraten wird. Doch warum ist das so? Nun ja.
Bambu Lab verwendet einen Mornsun LM150-20B24 AC-DC-Wandler (100–240 V Eingang, 24 V/6,5 A Ausgang). Auf dem Typenschild steht „Ta: 50°C“. Was bedeutet das genau? Das Bauteil ist nur für einen ordnungsgemäßen Betrieb bei einer Umgebungstemperatur von bis zu 50 °C ausgelegt. Es handelt sich um ein geschlossenes Metallgehäuse mit Kühlrippen, das über keinen eigenen Lüfter verfügt. Die gesamte Kühlung erfolgt somit ausschließlich über den passiven Luftstrom durch den offenen Rahmen des Druckers. Wenn Sie diesen Luftstrom unterbinden, indem Sie den Drucker in eine Kiste packen, hat das Folgen. Sie zwingen ein Bauteil, das ohnehin nur für 50 °C ausgelegt ist, in eine noch heißere und stehende Luftschicht, für die es nie konzipiert wurde.
Abgesehen von diesen Spezifikationen bestätigen auch Erfahrungsberichte von Besitzern im Bambu Lab-Forum dieses Problem. Nutzer, die ihren A1 in einem Gehäuse betreiben, berichteten von ausfallenden Netzteilen aufgrund von Überhitzung. Auch die Mitarbeiter und Moderatoren im Community-Forum von Bambu Lab betonen dies. Sie wiederholen die Anweisung „Bitte packen Sie Drucker der A-Serie nicht in ein Gehäuse“ gegenüber jedem, der danach fragt. Es handelt sich hierbei also nicht um einen vagen Haftungsausschluss. Es ist ein spezifisches, mittlerweile bestätigtes thermisches Limit für ein bestimmtes Bauteil. Einige Besitzer mussten das leider auf die harte Tour lernen und haben ihre Hardware buchstäblich verheizt.
Dies gilt übrigens auch für den neueren Bambu Lab A2L. Ein Besitzer fragte im Bambu Lab Community-Forum nach einem separaten Zeltgehäuse für den A2L. Die Antwort der Community fiel eindeutig aus: Seriöse Anbieter stellen so etwas gar nicht erst her. Der Grund dafür ist derselbe. Die Elektronik der A-Serie benötigt eine ständige Zufuhr von Frischluft. Wenn man den Drucker in einer Box einschließt, provoziert man genau das oben beschriebene Ausfallrisiko.
Wenn Sie Ihren Drucker der A-Serie trotz der oben genannten Hinweise einhausen möchten, passen Sie Ihre Lösung an das tatsächliche Problem an. Eine vollständig luftdichte Versiegelung ist die riskanteste Option und oftmals gar nicht nötig:
Hier sind einige zusätzliche Erweiterungen und Ratschläge, um Ihr Gerät innerhalb eines Gehäuses kühl zu halten:
Wie bereits erwähnt, erfüllt ein Gehäuse verschiedene Zwecke. Hauptsächlich sorgt es dafür, eine konstante Umgebungstemperatur für Ihren Drucker aufrechtzuerhalten. Es eliminiert Zugluft und verhindert, dass Ihre gedruckten Teile zu schnell abkühlen. Dies ist besonders wichtig beim Drucken von Materialien wie ASA oder ABS. Diese neigen nämlich zu Problemen bei der Druckbett- und Schichthaftung, wenn sie an der offenen Luft abkühlen. Zudem kann ein Gehäuse Dämpfe und Partikel einschließen. Es hält kleine Kinderhände von heißen und beweglichen Teilen fern und dient als Abdeckung, um den Drucker staubfrei zu halten.
Vor diesem Hintergrund haben wir bei der Auswahl der Gehäuse für diese Liste auf folgende Hauptfaktoren geachtet:
Wir fordern Sie nicht dazu auf, dies zu tun. Bambu Lab rät sogar ausdrücklich davon ab. Sollten Sie sich aber dennoch dafür entschieden haben, stellen wir Ihnen hier sieben Gehäuseoptionen für die A-Serie vor, die Sie nutzen und an Ihre Bedürfnisse anpassen können.
TopCube ist der Name, der am häufigsten fällt. Das gilt besonders, wenn Besitzer eines A1 im Community-Forum von Bambu Lab über den Kauf eines fertigen Gehäuses sprechen, anstatt eines selbst zu bauen. Es handelt sich um ein Zeltgehäuse mit Rahmen und Stoffüberzug. Ein transparentes Panel sorgt für gute Sicht, und das Material ist sowohl feuerfest als auch wasserdicht. Zudem verfügt es über eine integrierte LED-Beleuchtung und ein optionales Erweiterungsset für Lüfter und Dampfabsaugung. Mit einem Preis von unter 50 € ist es der günstigste Einstieg in ein Gehäuse auf dieser Liste. Abgesehen vom Aufbau des Zeltrahmens ist keine weitere Montage erforderlich.
Es gibt jedoch auch Nachteile. Einige Nutzer im Forum berichten von Passformproblemen und einem eingeschränkten Luftstrom, was zu Überhitzung führt. Angesichts des vorherigen Sicherheitsabschnitts ist genau das ein kritischer Ausfall, auf den man achten muss. Wenn Sie sich für diesen Weg entscheiden, sollten Sie auf keinen Fall auf einen Temperatursensor verzichten. Ziehen Sie zudem unbedingt das Erweiterungsset zur Dampfabsaugung in Betracht, anstatt das Gehäuse komplett abgedichtet zu betreiben.
Während für den A1 Mini ein eigenes Gehäuse-Ökosystem existiert, ist Chitu Systems für den Standard-A1 eine der etabliertesten, speziell entwickelten Optionen.
Lange Zeit war ein Zelt- und Rahmendesign die einfachste Möglichkeit, einen Drucker einzuhausen. Genau diesen Ansatz verfolgt Chitu Systems bei seinem A1-Gehäuse. Mit einem dicken Oxford-Stoff und einer Klappe mit Reißverschluss hält dieses Gehäuse die Wärme mühelos in der Druckkammer. Die transparenten Klappen ermöglichen dabei eine einfache Überwachung Ihres Druckers.
Dieses Gehäuse ist größer als herkömmliche Zelte. Es bietet mehr als genug Platz für den A1 und die AMS Lite-Einheit. Darüber hinaus ist es mit einigen tollen Funktionen ausgestattet. Dazu gehören Auslässe für Abluftventilatoren, eine Netztasche für Kohlefilter und ein Mini-Hygrometer. Das Gehäuse ist auch mit anderen 3D-Druckern kompatibel, was es zu einer lohnenden Investition macht.
Fnatr stellt ein spezielles Gehäuse für den A1 und A1 Mini her. Es besteht aus Aluminiumprofilen und transparenten Acrylplatten. Es verfügt über Bodenlüftungen und einen speziellen Wärmeauslass für den Luftstrom. Zudem kann die AMS Lite-Einheit entweder oben oder an den Seiten montiert werden. Es wird in drei Ausführungen verkauft: nur das Gehäuse, Gehäuse mit Belüftungssystem sowie Gehäuse mit Belüftung und zwei Filtern. Sie können also selbst entscheiden, wie viel Sie ausgeben möchten. Das hängt davon ab, wie intensiv Sie mit Hochtemperatur-Filamenten drucken möchten.
Printable Accessories erstellt 3D-druckbare Dateien für eine Vielzahl von Anwendungen. Das Angebot reicht von Filament-Aufbewahrungssystemen bis hin zu Tabletop-Miniaturen. Alle Designs sind modular aufgebaut. So können Anwender sie ganz nach ihren Wünschen drucken. Das Gleiche gilt für ihr modulares Gehäuse.
Der Rahmen wird komplett im 3D-Druckverfahren hergestellt und nutzt ein modulares Verbindungssystem. So können Sie das Gehäuse beliebig groß oder klein drucken. Zusätzlich zu den gedruckten Teilen benötigen Sie einige Acrylplatten für die Seiten und Türen. Alternativ können Sie auch die Seitenteile drucken, was jedoch auf Kosten der Sichtbarkeit geht.
Durch das modulare Design können Sie es nur für den A1 anpassen oder vergrößern, um die AMS Lite-Einheit aufzunehmen. Es lässt sich leicht zerlegen und später erweitern. Dazu gehört auch die Möglichkeit, eine Lochwand zur Werkzeugaufbewahrung hinzuzufügen.
Clearview Plastics konzentriert sich auf die Herstellung hochwertiger, maßgefertigter Acrylgehäuse für beliebte 3D-Drucker. Um den Zusammenbau zu vereinfachen, werden 3D-gedruckte Halterungen und Ösen verwendet. Ihr A1-Gehäuse-Kit ist so bemessen, dass es perfekt auf den A1 passt. Dabei nimmt es nicht mehr Platz in Anspruch als unbedingt nötig. Die AMS Lite-Einheit sitzt oben auf dem Gehäuse und führt das Filament nach unten. Dies reduziert den horizontalen Platzbedarf für Ihren A1 Combo. Allerdings wird dadurch etwas mehr vertikaler Raum benötigt.
Clearview bietet auch einige optionale Erweiterungen für seine Gehäuse an. Dazu gehören ein Abluftventilator, ein Luftfilter und ein Lufteinlass für die Unterseite. Diese sorgen dafür, dass die Luft ungehindert zum Mainboard unter dem A1 strömen kann. Gleichzeitig bleibt die Wärme in der gesamten Druckkammer erhalten. Zusätzlich werden ein Stromkabel-Verlängerungsset und ein längerer Bowden-Schlauch für die AMS Lite angeboten. Beides ist erforderlich, wenn Sie die AMS-Einheit auf dem Gehäuse montieren möchten. Für diese Erweiterungen sowie für alle optionalen Upgrades fallen zusätzliche Kosten an.
Es ist zwar definitiv die teuerste Option auf unserer Liste. Allerdings bietet Clearview ein komplett maßgeschneidertes Premium-Gehäuse für alle, die eine All-in-One-Lösung für ihren A1-Drucker suchen.
Wenn Sie sich schon einmal nach Gehäuseoptionen für einen 3D-Drucker umgesehen haben, kennen Sie wahrscheinlich das Ikea-Lack-Setup. Manche von Ihnen haben vielleicht sogar noch ein Lack-Gehäuse von einem früheren 3D-Drucker-Projekt übrig. Dieses DIY-Gehäuse besteht aus zwei übereinander gestapelten Ikea-Lack-Tischen. An den Seiten werden Acrylplatten montiert, um den offenen Raum zu umschließen. Diese Tische haben die perfekte Größe für die meisten mittelgroßen FDM-3D-Drucker. Der A1 passt genau hinein.
Einige Nutzer lassen die Rückwand weg, um die Stromkabel zu entlasten. Wenn man die Rückseite des Gehäuses nahe an einer Wand platziert, sollte die Innentemperatur dennoch ausreichend hoch bleiben. Wenn Sie eine AMS Lite verwenden, müssen Sie diese oben montieren. Dafür benötigen Sie auch längere Bowden-Schläuche. Dieses Projekt erfordert mehr Eigenarbeit als die anderen hier vorgestellten Optionen. Dafür steht eine große Community dahinter, die viele Anleitungen, Modifikationen und Personalisierungsmöglichkeiten bietet.
Wenn Sie Ihr Gehäuse lieber kostenlos selbst bauen möchten, ist dieses Design auf MakerWorld das beste, das wir gefunden haben. Es handelt sich um ein vollständig dokumentierten Aluminiumprofilrahmen. Dazu kommen keilgezinkte Kiefernbretter, transparente Acrylplatten und eine frontseitige Doppeltür.
Was es vom obigen Ikea-Lack-Aufbau unterscheidet, ist die Konstruktion. Es wurde speziell für das zuvor erwähnte Luftstromproblem entwickelt. Die Pläne beinhalten eine spezielle Abluftöffnung von etwa 12 cm und sehen einen Inline-Abluftventilator vor. Zudem gibt es ein Loch für die Kabelführung in der Rückwand. Das ist deutlich besser, als den Drucker einfach in eine Box zu sperren. Oben befindet sich außerdem ein spezielles Regal, das genau für die AMS Lite dimensioniert ist.
Die Designdatei selbst ist kostenlos. Sie bezahlen nur für die Materialien (Aluminiumprofil, Bretter, Acryl und den Abluftventilator). Das ist in der Regel etwas günstiger als der Ikea-Lack-Aufbau, da Sie keinen gebrauchten Tisch kaufen müssen.
Falls Sie stattdessen einen A2L besitzen: Dieser spezielle Aufbau ist für den A1 dimensioniert und wird nicht passen. MakerWorld bietet jedoch ein separates, kostenloses Design für den A2L an: das A2L Enclosure. Es handelt sich um ein größeres Modell mit Acrylplatten. Es beinhaltet Aussparungen für Beleuchtung, Lüfter und Filter (der Designer weist darauf hin, dass einige dieser elektronischen Komponenten noch in Arbeit sind). Es ist nicht einfach dasselbe Design in einer größeren Skalierung. Es ist vielmehr eine vergleichbare kostenlose Option für den größeren Drucker.
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