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Creality CR-10 im Test: Der beste 3D-Drucker unter 500 Euro

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by Matthew Mensley
May 17, 2018

Der Creality CR-10 hat die Herzen der 3D-Druck-Gemeinde im Sturm erobert. Aber wie gut ist er wirklich? Lies dazu unseren ausführlichen Creality CR-10 Drucker-Testm inkl. Unterschiede zum CR-10S und CR-10 Mini und den besten Upgrades.

In der schönen neuen Welt des Marketings regieren YouTube, Facebook und Co. Nach dem Motto: „Warum soll nicht der Kunde selbst für das Produkt werben? Ist das Teil erstmal in aller Munde, erledigt sich der Rest ganz von alleine!“

Einer der günstigen 3D-Drucker, der so online einen veritablen Hype ausgelöst hat, ist der Creality CR-10. Zwar gibt es ihn schon seit Sommer 2016, aber erst durch den chinesischen E-Commerce-Riesen Gearbest verschaffte sich dieser gewaltige kartesische 3D-Drucker mit einem Bauraum von 300 x 300 x 400 mm (manche Ausführungen sind sogar noch größer) die Aufmerksamkeit der internationalen 3D-Druck-Gemeinde.

Gut ein Jahr nach dem Erscheinen des Creality CR-10 finden sich immer mehr 3D-Drucker anderer Hersteller auf dem Markt, die sich stark am schlanken Design mit gelben „Beschleunigungsstreifen“ des Creality CR-10 orientieren. Wenn Nachahmung die aufrichtigste Form der Schmeichelei ist, dann muss Creality etwas richtig gemacht haben. Es gibt inzwischen eine Menge CR-10 Klone.

Lies unseren ausführlichen Creality CR-10 3D-Drucker-Test um dir ein eigenes Bild vom diesem 3D-Drucker zu machen.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Pro

  • Der serienmäßig große Bauraum stellt die meisten anderen 3D-Drucker in den Schatten
  • Einfache Montage
  • Durch das simple Design und die wenigen beweglichen Bauteile lassen sich Probleme leichter beheben
  • Großformat-Drucke bieten neue Möglichkeiten
  • Detailgenauigkeit
  • Austauschbare Glasdruckplatte
  • Frische Optik (gelbe Streifen)
  • Günstiger 3D-Drucker
  • Steuerungskasten mit intuitiver Bedienung
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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Contra

  • Unpraktische Extruder-Position
  • Filamente verheddern leicht in der Halterung
  • Die Druckvorbereitung erfordert viel Zeit
  • Die Druckerfüße stabilisieren das Druckbett nicht gut
  • Das Druckbett braucht sehr lange zum Aufheizen
  • Nicht geeignet für Materialien, die eine gleichbleibende Temperatur benötigen (ABS etc.)
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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Zusammenfassung

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Der „Shenzhen Creality 3D Technology CR-10“, um den kompletten Namen einmal zu nennen, ist ein ordentlicher 3D-Drucker. Gemessen am Preis-Leistungs-Verhältnis, ist er sogar hervorragend (und es lohnt sich, eines der zahlreichen Sonderangebote für teils um die 320€ von E-Commerce-Riesen wie Gearbest abzuwarten!).

Nur sehr wenige 3D-Drucker können bei der Größe des Bauraums mithalten. Hier setzt der Creality CR-10 neue Maßstäbe. Und auch, wenn natürlich nicht alles perfekt ist, etwa der Platzverbrauch des Druckers mit separatem Steuerungskasten, so stimmt doch sehr vieles.

Aufpassen muss man mit temperaturempfindlichen Materialien wie ABS, die leider überhaupt nicht für diesen Drucker mit offenem Bauraum und schlecht heizbarem Druckbett geeignet sind. Im Netz findet man zwar mal hier und dort Angaben darüber, wie der Drucker auch solche Hürden meistert, aber diese Erfahrung konnten wir nicht teilen.

Sieht man aber von diesen Unannehmlichkeiten einmal ab, spricht nicht viel gegen den Creality CR-10. Er ist mit jeder üblichen Slicer-Software kompatibel und hat eine rege Fan-Gemeinde, die schon viele individuelle, ausdruckbare Erweiterungen für diesen Drucker erstellt hat. Überdimensionale Drucke erfordern natürlich mehr Aufwand und Druckzeit, aber wie immer entschädigen der Erfolg und die glänzenden Ergebnisse für die Mühen.

Siehe auch: Alternativen zum Creality CR-10

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Langfassung

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Der Creality CR-10 ist das Werk der chinesischen Firma Shenzhen Creality 3D Technology, einem Hersteller mit überraschend transparenter Unternehmenspolitik und breitem 3D-Drucker Angebot.

Gegründet 2014, arbeitet die Firma laut eigenen Angeben mit mehreren chinesischen Universitäten zusammen. Ein Besuch auf der Webseite ist insofern interessant, als die Produktpalette dort komplett einsehbar ist und es auch einen Kunden-Support gibt. Auch wenn man das Gefühl hat, dass die Hilfsbereitschaft des Kunden-Supports in Form von unermüdlichen Pop-up Fenstern etwas zu weit geht.

Der Creality CR-10 erschien im Sommer 2016 als Nachfolgemodell des in sehr kurzer Zeit entwickelten Creality CR-7 und dessen Weiterentwicklung CR-8. Das Design des Creality CR-10 baut auf dem Vorgänger CR-8 auf, bei dem der Schaltkasten jedoch noch in der Basis integriert war und die X-Achse frei in die Luft ragte.

Die Ergänzung einer zweiten senkrechten Kufe beim Creality CR-10 ist für die Stabilität der X-Achse sinnvoll und eine Verbesserung zum CR-8. Über die Platzierung der Elektronik außerhalb des Druckers können wir dagegen nur mutmaßen. Wahrscheinlich soll damit verhindert werden, dass das beheizte Druckbett die Elektronik zu sehr aufheizt.

Bei der Suche nach dem Ursprung des Creality CR-10 Designs konnten wir keine Vorbilder finden (nur schamlose Nachahmer wie den Anet E10 oder den Hictop). Manchmal ist es bei all den Nachahmer-Produkten, die sich auf den Seiten der großen Online-Shops finden, nicht leicht herauszufinden, wer zuerst für ein neues Feature verantwortlich war. Deshalb nochmal fürs Protokoll: Der Creality CR-10 ist definitiv das unanfechtbare Original.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Verarbeitung und Design

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Vom Aussehen her gefällt uns der Creality CR-10 sehr gut. Es liegt ein verblüffender Minimalismus in dem Design mit schwarzbeschichteten Aluminiumkufen, der einfachen 300 x 300 mm großen Glasdruckplatte und der säuberlich verstauten Technik im separaten Steuerungskasten, an dem der Filament-Halter befestigt ist.

Die gelben Streifen auf den Aluminium-Kufen sind stylisch und trotz des schlanken Rahmens ist der Creality CR-10 ein herausragender 3D-Drucker. Mit Abstand nimmt dieses Gerät am meisten Platz ein im All3DP-Drucker-Raum: „Ha! was für eine Überraschung“,  denkst du dir vielleicht, „Wenn er riesige Objekte druckt, braucht er natürlich auch viel Platz!“ Aber wir meinen was anderes, bitte lass‘ es uns erklären:

Der Schaltkasten und die Filamenthalterung ist so niedrig platziert, dass man sie in gehörigem Abstand zum Rahmen des Creality CR-10 platzieren muss, damit sich das Filament nicht verheddert. Der Rahmen selbst ist schon sehr groß, doch mit dem Steuerungskasten und dem notwendigem Abstand ist der Creality CR-10 genauso breit wie hoch. Unser Testmodell war noch das kleinste der Creality CR-10-Familie und trotzdem ist es größer als der Zortrax M300 und breiter als der Makerbot Replicator+.

Ein wenig Abhilfe lässt sich jedoch schaffen, indem man die Filamenthalterung vom Steuerungskasten ablöst und diesen dann näher an den Rahmen stellt. Doch wohin mit der Filament-Rolle? An den Rahmen, wie beim Prusa i3 Mk2S? Theoretisch möglich, doch das könnte sich negativ auf die Druckqualität auswirken. Bei großen Druckaufträgen könnte die Filament-Rolle mit der Z-Achse kollidieren. Und die Schwingung der Spule während eines Drucks könnte sich auf den Druckkopf übertragen und zu Verwackelungen beim Druckobjekt führen. Deshalb ist die Montage des Filament-Halters oberhalb des Druckers  nur unter Einschränkungen zu empfehlen.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist die waagerechte X-Achse auf beiden Seiten mit senkrechten Y-Achsen-Kufen verbunden, doch die rechte Seite dient nur der Stabilisierung. Dass die vertikale Bewegung der X-Achse nur auf einer Seite angetrieben wird, könnte den Eindruck erwecken, dass dies ein Schwachpunkt des Druckers ist. Der Effekt bleibt jedoch minimal und wenn man den Drucker arbeiten sieht, lösen sich schnell alle Zweifel in Wohlgefallen auf.

Ob diese diese Konstruktionsweise im Laufe der Zeit jedoch zu schnellerem Verschleiß führt, ist jetzt noch nicht zu sagen.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Creality CR-10 vs CR-10S, CR-10 Mini

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The CR-10 Mini

Es ist fast schon eine gängige Praxis, dass viele erfolgreiche 3D-Drucker-Modelle, wie der Creality CR-10, in kürzester Zeit kopiert werden und viele Nachbauten von ihnen auf den Markt gespült werden. Und Creality selbst stand dieser Flut an Kopien in nichts nach, indem die Firma einige optimierte und kompaktere Versionen des eigenen CR-10 herausbrachte.

Für unseren 3D-Drucker-Test haben wir hier den Original Creality CR-10 unter die Lupe genommen, der, wie wir es schon beschrieben haben, in drei Größenvarianten erhältlich ist.

Seitdem hat das Unternehmen den Creality CR-10S und den CR-10 Mini veröffentlicht.

Unser Standard-Modell des CR-10 mit 300 x 300 x 400 mm Bauraum verfügt über eine einzige Schiene, auf der das Druckbett entlang der Y-Achse fahren kann. Bei den größeren Versionen gibt es eine zusätzliche Schiene für größere Stabilität.

Um dir die Unterschiede zwischen den Modellen zu demonstrieren, haben wir hier die Fakten zusammengefasst.

Der Creality CR-10 Mini ist wenig überraschend kleiner als das Ausgangsmodell. Bei der Kompaktversion des Original Creality CR-10 büßt du einiges an Bauraum ein, kannst aber auch nochmal etwas beim Preis sparen. Die Standardversion besitzt einen Bauraum von 300 x 220 x 300 mm, die Kompaktversion hat fast um die Hälfte weniger.

Davon abgesehen ist es so ziemlich das gleiche Gerät, mit all den guten und schlechten Seiten.

Creality CR-10S
Creality CR-10S

Dagegen baut der Creality CR-10S auf die Erfolgsformel des Original CR-10 und fügt noch ein paar Extras hinzu. Die zusätzliche Innovation des Creality CR-10S kommt in Form einer durch eine Dual-Leitspindel angetriebene Z-Achse, die zu mehr Stabilität beim Drucken und Ausnutzen des gesamten Bauvolumens beiträgt. Zusätzlich erhältst du einen Filament-Sensor, der erkennt, wenn die Filamentspule leer ist. Das ist sehr nützlich angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass du mit dem CR-10 lange Druckaufträge unbeaufsichtigt laufen lässt.

Wie beim ursprünglichen Creality CR-10 gibt es beim CR-10 10S drei Größenvarianten, die sich auch in den oben genannten Kriterien (Druckbett-/Schienenunterschied) unterscheiden.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Ausstattung

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Der enorme Bauraum des Creality CR-10 ist ein Hauptverkaufsargument. Verfügbar in drei Varianten, ist selbst die kleinste (Standard-)Version (300 x 300 x 400 mm) größer als die Großdrucker Lulzbot Taz 6, MakerBot Replicator+ und Zortax M300.

Wir haben die „kleine“ Standardvariante verwendet, die sich jedoch nur in der Größe des Bauraums unterscheidet. Unsere Erkenntnisse sollten deshalb auch für die 400 mm und 500 mm Version des Creality CR-10 gelten. Der 0,4 mm-Druckkopf des Creality-10 erzeugt laut Hersteller eine maximale Layerhöhe von 100 µm.

Nach Firmenangaben entspricht die Hauptplatine des Creality CR-10 Industriestandards. Ebenfalls laut Herstellerangaben kann der Drucker 200 Stunden durchgängig operieren, was jedoch so gut wie nie gebraucht wird. Mithilfe der Cura-Software haben wir versucht, den Bau von möglichst aufwendigen und detailreichen Objekten zu simulieren, kamen jedoch bei Weitem nicht an die voraussichtliche Druckzeit von 200 Stunden heran.

Der Creality CR-10 besitzt ein beheizbares Druckbett, das die Hitze sehr gut auf der gläsernen Druckoberfläche verteilt. In unserem Test gab es keine Probleme mit der Hitzeverteilung.

Die Bedienung ist mit SD-Karte oder USB ganz einfach, der Steuerungskasten und der LCD-Bildschirm werden durch ein leicht zu bedienendes Drehrädchen geregelt.

Ein Schalter am Steuerungskasten ermöglicht den Wechsel zwischen 110 und 220 Volt Stromzufuhr, wodurch der Drucker international einsetzbar ist.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Verpackung und Montage

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Wie wir es von 3D-Drucker-Bausätzen gewohnt sind, wurde der Creality in einer unscheinbaren Kartonverpackung geliefert. Beim Auspacken sieht man sofort, woran ein „günstiger“ 3D-Drucker wie der Creality CR-10 vor allem spart: Marketing- und Vertriebsmaterial. Wenigstens ein Bild des 3D-Druckers auf der Verpackung hätte sich Creality leisten können, möchte man meinen…

Aber wir wollen ja nicht oberflächlich sein und freuen uns stattdessen lieber über die säuberliche Verpackung aller großen und kleinen Bauteile, die auf zwei Schaumverpackungen verteilt sind.

Die Montage des Creality CR-10 war dadurch einfach und selbsterklärend. Dies war angesichts der unverständlichen Bedienungsanleitung aber auch notwendig, ein Blick genügte, um den „Nutzen“ dieser unklaren und verpixelten Anleitungen zu erkennen.

Falls du neu im 3D-Druck bist und erwägst, den Creality CR-10 zu kaufen (was wir wirklich empfehlen können), solltest du dir online bessere Schritt-für-Schritt Montage-Anleitungen suchen. Erfahrene 3D-Fans kommen auch ganz ohne Anleitung aus. Der Creality ist uns (bisher) nicht um die Ohren geflogen.

Also keine Angst vor dem Aufbau in Eigenregie! Großes Lob verdient die Organisation der bereits isolierten und beschrifteten Kabel und der ummantelten Kabelstränge außerhalb des Steuerungskastens. Im Inneren der Box geht alles recht geordnet zu. Beim Creality CR-10 war alles sicher und gut verschraubt. Auch die Stecker und Buchsen können mit einer zusätzlichen Sicherung fixiert werden. Der ganze Verkabelungsvorgang war damit sehr schnell erledigt.

Die Verbindung der verschiedenen Stecker untereinander ist ein Kinderspiel, nur einen Hinweis für die Montage müssen wir geben: Einer der Bolzen für den Y-Achsen-Schrittmotor war loose, was unter Umständen sehr gefährlich werden kann. Das ist sehr untypisch für diesen 3D-Drucker-Bausatz, der im Montagebereich eine durchgängig hohe Qualität aufweist.

Wenn man also einen Creality CR-10 kauft, sollte man trotz guter Verkabelung und guten Bauteilen alles nochmal genau kontrollieren und gegebenenfalls ordnungsgemäß befestigen.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Filament

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Normalerweise halten wir nicht viel vom Bowden Setup bei Druckköpfen, doch für den Creality CR-10 scheint dieses Extruder-System tatsächlich gut geeignet zu sein. Das Filament läuft mühelos durch den Extruder.

Die Filamentzufuhr ist jedoch an einer etwas merkwürdigen Stelle positioniert. Der Einspeisepunkt des offenliegenden Filaments ist direkt neben der Leitspindel an der linken Y-Achse. Eigentlich kein Problem, denn die Leitspindel dreht sich sehr langsam. Etwas Bedenken haben wir aber aufgrund des Umstands, dass die Leitspindel sehr gut geölt ist. Sollte das vorbeilaufende Filament etwas des Schmiermittels aufnehmen und in den Extruder transportieren, sind die Auswirkungen kaum abzusehen.

Es ist wohl ratsam dies zu vermeiden, zum Beispiel mit einer der 3D-druckbaren Erweiterungen für den Creality CR-10, die unermüdlich von kreativen Makern auf Thingiverse geladen werden. Wir empfehlen das Gehäuse für Extruder von KariKemppainen, welches das Filament gespannt hält und Kontakt mit dem Fett vermeidet. Dies war eine der ersten Erweiterungen, die wir mit dem Creality CR-10 gedruckt haben.

Creality selbst gibt an, dass der Creality CR-10 auch flexibles TPU Filament extrudieren kann, was wir aufgrund unserer Erfahrung mit dem dem Bowden-System und somit größeren Abständen zwischen Leitspule, Schrittmotor und Hotend nicht unbedingt bestätigen können. Bei näherer Untersuchung scheint uns das verzahnte Getriebe für den Vorschub des Filaments jedoch nah genug am Hotend zu liegen, damit das tatsächlich möglich ist. Leider haben wir es aber noch nicht selbst ausprobiert. Sobald wir elastisches Filament getestet haben, ergänzen wir diesen 3D-Drucker-Test.

Während des Tests hatten wir großen Erfolg mit PLA-Filamenten wie dem Corkfill von Colorfabb. Das herstellereigene Filament N-Gen überzeugte bis auf ein Verheddern in der Spule (wodurch es zu Fehldrucken kommen kann).

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Software

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Der Creality CR-10 ist sehr weit entfernt von einem Plug-&-Play 3D-Drucker mit proprietärer Software und Filament. Du kannst beispielweise entscheiden, welche Software du verwenden möchtest. Wer weiß, was für Kosten durch proprietäre (herstellergebundene) 3D-Drucker-Pakete entstehen können, sieht darin definitiv einen großen Vorteil.

Für unsere Testdrucke haben wir die Slicer-Software Cura 2.6.2 verwendet. Da es in der Standardversion von Cura noch kein Druckprofil des Creality CR-10 gibt, muss man diese online aufspüren. Für uns erwies sich das Druckprofil von PRESS RESET als sehr gut geeignet. Selbiger Anbieter hat auch ein Creality CR-10 Druckprofil für die Slicer-Software Simplify3D erstellt.

Somit muss man den G-Code nur noch auf der mitgelieferten microSD-Karte speichern und in den Drucker stecken. Ein Kinderspiel.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Druckqualität

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Bei All3DP testen wir ständig 3D-Drucker. Durch den direkten Vergleich können wir sehr gut jeweilige Stärken und Schwächen abschätzen.

Eine Schwäche des Creality CR-10 liegt darin, dass er vor jedem neuen Auftrag auf die Grundeinstellungen zurückgesetzt werden muss. Vergisst man diese Maßnahme und der Druckkopf ist einer anderen Position als der Ausgangslage, kann es sein, dass er das Glasdruckbett (und sich selbst) beschädigt. Passiert einem dieser Fehler mehr als einmal, kann der schöne Drucker schnell hinüber sein.

Bei unseren ersten Testdrucken mit dem Creality CR-10 traten Fehler wie Ringelungen und Layersprünge auf. Nichts Ungewöhnliches für einen halbaufgebauten 3D-Drucker-Bausatz. Noch ist er ein „Work-in-Progress“, d.h. er muss im Laufe der Zeit angepasst und richtig eingestellt werden. Du solltest also ein paar selbstgedruckte Upgrades einplanen, bis du das gewünschte Ergebnis erzielst. Und nach den ersten Drucken empfiehlt es sich, alle Schrauben nochmal nachzuziehen, damit es weniger Spiel zwischen den Bauteilen gibt. Wir haben darüber hinaus ziemlich viel Schmierfett von der Leitspindel entfernt.

Wenn man die Qualitätsansprüche in Relation zu den Möglichkeiten setzt, die durch die enormen Druckgrößen entstehen, fällt es schwer, den Creality CR-10 nicht zu lieben. Wer kleinere Bauräume gewohnt ist, muss sich erstmal an die ungeahnten Möglichkeiten dieses gigantischen 3D-Druckers herantasten.

Wir haben verrückte Sachen mit dem Creality CR-10 gedruckt, etwa eine Hand als Mantelaufhänger oder einen Lampenschirm fürs Kinderzimmer. Die maßstabsgetreue Oscar-Statue wäre auch kein Problem gewesen, aber so eitel waren wir dann doch nicht.

Ein Problem gab es beim Drucken noch, und zwar zog die Filamentspule den Kontrollkasten zur Seite, wenn sich das Filament verhedderte. Dieses Phänomen sollte eigentlich mit etwas Zug vom Extruder erledigt sein, doch in diesem Fall kam es zu einer Positionsveränderung des Druckers. Alles andere als ideal!

Ein anderes Problem gab es mit Druckbetthaftung und Materialwellung. Im Originalbausatz waren sowohl einige Einzelstreifen als auch eine komplette Rolle Malerklebeband enthalten, was uns übertrieben schien. Es spricht zwar eigentlich nichts dagegen alles mitgelieferte Material zu verwenden, hier reicht aber ein  bisschen Haftkleber unter dem Glasdruckbett völlig aus um stabile Drucke zu erzielen.

Das gilt jedenfalls für Filamente, die sich nicht sofort wellen, wenn etwas mit der Temperatur nicht 100% stimmt (ja, wir sprechen von dir, ABS!). Da das Druckbett kaum die Temperatur von 100 Grad Celsius, wie versprochen, halten kann, ist es egal,  wie viel Kleber man verwendet. Und hierbei sprechen wir nur über Probleme mit den ersten Druckschichten. Bei 400 mm möglicher Höhe, einem komplett offenen Raum kombiniert mit Temperaturschwankungen, sind Wellungen, Risse und Sprünge vorprogrammiert.

Es ist unverständlich, warum Gearbest den Creality CR-10 als ABS-tauglich deklariert. Nur mit einem komplett abgeschlossenen Gehäuse könnte ABS gut funktionieren. Was bei der Größe aber natürlich nicht so einfach ist, auch wegen des beheizten Druckbetts, das ja eine nicht unerhebliche Brandgefahr darstellt.

Das Druckbett hat leider auch das Problem, dass es eine halbe Ewigkeit braucht, um heiß zu werden. Mehrmals dachten wir schon, dass der Druck stockt und haben daher den Druckvorgang neu starten müssen, dabei hat der Drucker einfach nur so lange gebraucht, um das Druckbett aufzuheizen.

Aber alles halb so wild. Wie alle 3D-Drucker ist der Creality CR-10 nur so gut, wie er eingestellt wurde. Und wir würden behaupten, dass der Creality CR-10 bei optimaler Ausnutzung zu wirklich fantastischen Drucken fähig ist, wie man an unserem Testdruck eines großen Eiffelturm-Modells sehen kann.

Unsere beiden Drucke des Eiffelturms, einmal mit dem lila 3DK Berlin PLA Filament und das zweite Mal mit Verbatims transparentem PLA, sind optimal geworden. Und das obwohl der Creality CR-10 Schwierigkeiten wie Überhänge ohne Stützmaterial und Positionswechsel über eine Gesamtdruckzeit von ca. 60 Stunden meistern musste.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Upgrades

Eine der großen Freuden des 3D-Drucks ist es, den eigenen 3D-Drucker zu verwenden, um neue Bauteile und Upgrades für das eigene Gerät zu erstellen. Der Creality CR-10 ist keine Ausnahme; Thingiverse und andere Online-3D-Modell-Seiten sind überschwemmt mit Bauteilen und Modifikationen, die von Nutzern erstellt wurden und den 3D-Drucker noch verbessern.

Wie wir bereits vorher erwähnt haben, ist die Extruder-Abdeckung ein Muss. Aber was gibt es sonst noch zu drucken, um den Creality CR-10 zu verbessern?

Wenn du Angst davor hast, dass dein Filament in der Leitspule einklemmt, solltest du dir den Creality CR-10 Filament Guide von Greg191134 ausdrucken. Der Maker MasterFX bietet ein ähnliches Modell für den CR-10 an, bei dem das Filament durch zwei Löcher geführt und so garantiert von der Leitspule abgehalten wird.

Als nächstes kannst du dir überlegen, ob eine Spannungsentlastung für die Kabel des beheizten Druckbetts vom Creality CR-10 sinnvoll für dich ist. Die Kabel verlaufen entlang der Rückseite des Druckbetts und werden im Laufe der Zeit sehr stark beansprucht. Es gibt viele 3D-Druckvorlagen für dieses Problem, unter anderem den CR-10 Kabel-Stützwinkel von Venaul.

Alternativ kannst du die Kabel des beheizten Druckbetts während des Druckens auch um die Kanten des Rahmens wickeln. Der Thingiverse-Nutzer qdiiibp bietet eine weitere Lösung in seinem CR-10 heatbed cable guide an.

Andere Verbesserungen gehen in dieselbe Richtung wie der Kabel-Stützwinkel und sollen die Stabilität des Creality CR-10 verbessern. Zum Beispiel der CR-10-Rahmen-Stabilisator von cigp, der den Rahmen mit zusätzlichen Gewindestangen stabilisieren soll.

Creality CR-10 Filament-Leitfaden (Bild: MasterFX, via Thingiverse)
Creality CR-10 filament guide (Image: MasterFX, via Thingiverse)

Für eine nachhaltige Wartung des CR-10 ist es ratsam, Riemenstraffer zu verwenden. Sie sorgen dafür, dass die Riemen nicht zu locker sind. Es gibt verschiedene Arten von Riemenstraffern für den CR-10 – passive Clips, die du einfach an einer ungebrauchten Stelle des Riemens befestigst, und aktive Spanner, die eine Demontage der Riemeneinheit erfordern. Der Vorteil des letzteren ist ein verstellbarer Knopf, mit dem du die Spannung des Riemens beim Drucken erhöhen kannst.

Leute, die unbedingt eine perfekte, sehr glatte erste Druckschicht möchten, sollten darüber nachdenken, das Standard Creality CR-10 Druckbett mit einer Borosilikat- oder Glasplatte zu ersetzen. Manche Nutzer haben anscheinend auch Erfolg gehabt mit dem Spiegel LOTS von IKEA, den sie mit speziellen Klammern am beheizten Druckbett des CR-10 befestigten.

Darüber hinaus gibt es natürlich keine Grenzen für den Creality CR-10 und seine druckbaren Modifikationen. Du kannst beispielsweise einen verrückten Look ausprobieren mit diesen Steampunk-Füßen oder dieser LED-Beleuchtung.

Es gibt jedoch nicht nur diese Spielereien. Dank der Möglichkeit, 3D-druckbare Halterungen und Fassungen zu designen, ist der CR-10 sehr leicht mit unterschiedlichen Ersatzteilen erweiterbar.

Das Extruder-Upgrade Creality CR-10 Titan Aero Mount mit BLTouch von evancli stellt ein weiteres Upgrade für den CR-10 dar (es ist selbst eine Abwandlung von evil_k’s CR-10 Aero Mount).

Creality CR-10 Titan Aero Mount mit BLTouch (Bild: evancli, via Thingiverse)
Creality CR-10 Titan Aero Mount mit BLTouch (Bild: evancli, via Thingiverse)

Mit einem e3D Titan Aero Extruder / Hot-End-System und einem automatischen Sensor für Bed-Leveling wird der Creality CR-10 von einer Bowden-Extrusions-Aufmachung (unserer Meinung nach einer der Nachteile des Druckers) in ein Direct-Drive-Extruder-System umgewandelt.

Ähnlich funktioniert auch die E3D Titan Aero + EZABL Mount V2 von MP23Racing, sowohl für den CR-10 als auch für den CR-10S. Etwas kleiner als die Titan Aero-Halterung nutzt dieses CR-10-Extruder-Upgrade den automatischen EZABL-Auto-Levling-Sensor von TH3D.

Nach einer längeren Testphase des CR-10 fanden wir, dass es nicht verkehrt wäre, längere Drucke zu filmen um sie später im Zeitraffer ansehen zu können. Diese GoPro-Halterung ist dafür die perfekte Modifikation. Es gibt aber noch viel mehr Halterungen für ganz unterschiedliche Kameramodelle. Wirf mal einen Blick auf diese wunderbar konstruierte CR-10 Rotating-Arm-Adapter-Kamerahalterung von PhyschoProd. Mit zahlreichen 3D-druckbaren Gewindemuttern und Verbindungen hast du ein hohes Maß an Flexibilität bei der Erfassung von CR-10 3D-Drucken.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Fazit

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Der Creality CR-10 ist uns im Laufe unseres 3D-Drucker-Tests richtig ans Herz gewachsen. Die aus dem gewaltigen Bauraum erwachsenden Möglichkeiten sind faszinierend genug, doch wenn man am Ende auch richtig gute Resultate bekommt, ist das etwas sehr Besonderes.

Und bei dem Preis von circa 400 € kann man nicht viel falsch machen.  Somit sind wir unterm Strich hoch zufrieden mit dem Creality CR-10, der fast allen Herausforderungen gewachsen war und zu Recht in der 3D-Druck-Gemeinde über den grünen Klee gelobt wurde.

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Creality CR-10 3D-Drucker-Test Alternativen

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Anet E10

Der Creality CR-10 ist ein äußerst beliebter 3D-Drucker und oft ganz oben in den Bestenlisten der günstigen, qualitativ hochwertigen Geräte. Er gehört sogar zu den am höchsten bewerteten Desktop-3D-Druckern von 3D Hubs (Q1 2018), mit einer Platzierung auf Rang 7 und einer Druckqualitätsbewertung von 4,84 von 5.

Kein Wunder also, dass der Creality CR-10 von sehr vielen kopiert wird. Das bedeutet, dass es eine Vielzahl von 3D-Druckern gibt, die dem Creality CR-10 nachempfunden sind und die gleiche Ausstattung bieten. Hier ist ein Überblick über diese Geräte und eine Aufzählung einiger ihrer Unterschiede.

Beachte bitte, dass wir nicht alle diese Geräte getestet haben und uns deshalb auf die Unterschiede „auf dem Papier“ beziehen.

Wir fassen diese beiden Drucker von Anet zusammen, weil sie hinsichtlich der Druckfähigkeiten im Grunde die gleichen sind. Die einzigen Unterschiede zwischen den beiden bestehen in der Größe des Bauraums und der Druckgeschwindigkeit. Der E10 hat das kleinere Bauvolumen mit 220 x 270 x 300 mm und einer maximalen Druckgeschwindigkeit von 150 mm/s, während der E12 mit 300 x 300 x 400 mm mehr Bauraum besitzt und bei einer maximalen Geschwindigkeit von 120 mm/s extrudieren kann.

Bezüglich Design haben der Anet E10 und der Anet E12 viel mit den größeren Creality CR-10 Modellen gemein, wobei die doppelten Druckbettkufen besonders hervorzuheben sind.

Auch einzigartig bei den Anet-Geräten ist ein integrierter Y-Achsen-Riemenstraffer, was heißt, dass du den Riemen während eines Druckvorgangs nachjustieren kannst. Ein nützliches Upgrade, das dich davor bewahrt, zu viel kostbare Lebenszeit dem 3D-Drucker zu opfern.

Der Tevo-Tornado ist sicherlich eine legitime Konkurrenz für den CR-10 wenn es um Style geht, mit farbigen Streifen in der Art einer Wassermelone. Die hellen mintgrünen Töne und das Logo stehen im Kontrast zu dem leuchtend roten Druckbett.

Auf dem Papier ist die Ausstattung des Tevo-Tornados besser als beim Standard-Modell des Creality CR-10 – zum Beispiel verfügt er über einen Extruder von Titan. Basierend auf dem offenen Design des e3D, sollte der robuste und zuverlässige Extruder eine höhere Leistung bieten als der Standard-CR-10.

Der Bauraum des Tornados ist so groß wie der des von uns getesteten Creality CR-10.

Ein Neuling unter den CR-10-Nachbauten ist der bald erscheinende Wanhao D9 3D-Drucker, welcher aufgrund seiner Dual-Leitspindel (wie beim CR-10S) und der Direct-Drive-Extrusionstechnik auf dem Papier sogar etwas besser aussieht.

Er ist verfügbar in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Bauraum-Größen (wie der CR-10, 300 x 300 x 400 mm, 400 mm2 und 500 mm2).

Product image of Tronxy X3S 3D Printer

Tronxy X3S

Die CR-10-Kopie von Tronxy hat einen Bauraum von 300 x 300 x 400 mm. Neben den etwas niedrigeren Steuerkasten und Netzteil ist das andere Erkennungsmerkmal dieser CR-10-Alternative der Rahmen, welcher angeblich nur aus 2020-Aluminium besteht, im Gegensatz zu den oben genannten Geräten, die alle eine Mischung aus 2020- und 2040-Aluminium verwenden.

Das Resultat ist ein 3D-Drucker, der viel schlanker, aber auch etwas weniger stabil ist als seine Artgenossen. Ob der Einsatz von durchgehend dünneren Rahmenstangen zu besseren oder schlechteren Druckleistungen führt, haben wir noch nicht getestet.

License: The text of "Creality CR-10 im Test: Der beste 3D-Drucker unter 500 Euro" by All3DP is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.

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