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Snapmaker U1: Klipper-Quellcode ist live – Inklusive detaillierter Changelogs

Bild vonMatthew Mensley
Von Matthew Mensley
Aktualisiert am 1. Apr 2026

Snapmaker hat den modifizierten Quellcode für die drei Open-Source-Projekte veröffentlicht, die das Fundament der Snapmaker U1-Firmware bilden: Klipper, Moonraker und Fluidd. Die Repositories gingen am 30. März auf GitHub live – am letzten Tag vor der selbstgesetzten Frist des Unternehmens.

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Die U1, eine CoreXY-Maschine mit vier Werkzeugköpfen, die über 20 Millionen US-Dollar auf Kickstarter sammelte, nutzt eine angepasste Version von Klipper. Zudem kommen das Fluidd-Webinterface und die Moonraker-API zum Einsatz. Alle drei Projekte stehen unter der GPLv3-Lizenz, die vorschreibt, dass jeder, der modifizierte Versionen verbreitet, den entsprechenden Quellcode zugänglich machen muss.

Snapmaker lieferte seit Ende 2025 U1-Geräte an Backer aus, ohne diesen Quellcode zu veröffentlichen, was Fragen zur Lizenzkonformität aufwarf — der Knackpunkt war die Zeitspanne von dreieinhalb Monaten zwischen der Auslieferung der Firmware und der Bereitstellung für die Nutzer.

In einem Foren-Thread im Januar 2026 begannen Community-Mitglieder, die Firmware zu analysieren. Beim Vergleich mit dem Upstream-Klipper fiel der Umfang der Modifikationen auf. Snapmakers Kickstarter-FAQ versprach ursprünglich, dass der Code „vor März 2026“ erscheinen würde. Ein Wiki-Update am 6. März korrigierte dies stillschweigend auf „vor Ende März 2026“, was das Unternehmen auf einen Formulierungsfehler zurückführte.

Bemerkenswert ist die Art und Weise der Veröffentlichung. Ein Blog-Beitrag zum Release detailliert nicht nur, was geändert wurde, sondern auch in welchem Umfang: Laut Unternehmen sind etwa 20 Prozent des Codes maßgeschneidert. Dazu gehören ein neu gestalteter Tool-Switching-Workflow für den parallelen Multitool-Betrieb, Wirbelstrom-Bettnivellierung (Eddy Current), XYZ-Offset-Kalibrierung für mehrere Köpfe, Power-Loss-Recovery, Filament-Verhedderungserkennung und RFID-basierte Filamenterkennung. Bei Moonraker wurden rund 15 Prozent des Codes angepasst, primär für die Snapmaker Cloud-Integration, das 3MF-Dateihandling und das lokale Netzwerkmanagement. Die Änderungen an Fluidd seien laut Unternehmen geringfügig.

Warum ist das wichtig? Nun, abgesehen von den Lizenzpflichten bedeutet der Zugang zum Quellcode für U1-Besitzer die Freiheit, die Firmware zu prüfen, zu modifizieren oder sogar eigene Versionen zu erstellen. Für unabhängige Entwickler, die dies bereits mittels Reverse Engineering versucht haben, bedeutet es, auf einem soliden Fundament zu arbeiten, statt auf ein bewegliches Ziel zu schießen.

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Diese Art von Transparenz über die Art und den Umfang der Modifikationen ist in dieser Branche ungewöhnlich. Die Erfolgsbilanz der Industrie in Bezug auf die Klipper-GPL-Konformität ist, gelinde gesagt, lückenhaft. Creality sah sich 2023 beim K1 und 2025 beim K2 Plus erheblichem Druck aus der Community ausgesetzt, während der Launch des Centauri Carbon von Elegoo Gegenstand einer erfolgreichen Community-Kampagne zur Einhaltung der Lizenzvorgaben war. In den meisten dieser Fälle wurde der Quellcode, falls er überhaupt erschien, mit wenig oder gar keinem Kontext zu den Änderungen veröffentlicht.

Snapmaker bricht diesen Trend: Der Blog-Beitrag zum Release liest sich eher wie ein Changelog als wie eine bloße Pflichterfüllung zur Lizenzkonformität.

Es gibt jedoch Grenzen. Im Blog-Beitrag heißt es, dass „bestimmte fortschrittliche Funktionen innerhalb des U1-Systems durch unabhängig entwickelte Module implementiert sind“, die nicht von Klipper, Moonraker oder Fluidd abgeleitet wurden. Dazu gehören die intelligente automatische Durchflusskalibrierung und die KI-basierte Defekterkennung. Unabhängig davon bestätigt das Wiki von Snapmaker, dass das RFID-Filamenterkennungssystem proprietär ist und keine Pläne bestehen, es als Open Source zu veröffentlichen.

Bis Snapmaker seine Repositories veröffentlichte, war bereits unabhängige Firmware wie die SnapmakerU1-Extended-Firmware von paxx12 erschienen. Diese bietet Funktionen, die im Original nicht enthalten sind, darunter Root-SSH-Zugriff, vollständige Fluidd- und Mainsail-Frontends, hardwarebeschleunigtes WebRTC-Kamerastreaming, Unterstützung für externe RFID-Leser sowie OctoEverywhere-Integration für Fernzugriff und KI-Fehlererkennung.

Snapmakers eigenes Engagement beim Zusammenführen von Anfragen (Merge Requests) und der Übernahme von von der Community entwickelten Fixes und Features wird der Beweis dafür sein, ob dies ein erfolgreicher Release war oder nur ein einfacher „Compliance-Dump“. Sie können es sich selbst auf GitHub ansehen.

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Über den Autor:
Matthew Mensley is a senior editor at All3DP with nine years covering consumer 3D printing hardware. He writes news, reviews, and buying guides with the clarity of someone who's seen enough hype cycles to know which ones to take seriously.
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