Zusammen mit neu formuliertem PLA in Cyan, Magenta und Gelb verspricht die neue weiße Spule Pastelltöne, reinweiße Details und kräftigere Mischfarben – alles aus nur vier Spulen.
Mit dem PLA Full Spectrum Filament-Set (White Edition) will Snapmaker das schichtweise Farbmischen auf seinem Toolchanger U1 heller und lebendiger machen. Im Snapmaker-Onlineshop kostet die White Edition 69,99 € (reduziert von 89 €). Enthalten sind vier 1-kg-Spulen in Cyan, Magenta, Gelb und Weiß. Statt der grauen Spule aus der Gray Edition liegt hier eine weiße bei. Das ermöglicht hellere Farbtöne und reinweiße Details, die Cyan, Magenta und Gelb allein nicht erzeugen können.
Aus Cyan, Magenta und Gelb lässt sich kein Weiß mischen. Mit dem neuen Bundle können Sie reinweiße Bereiche deshalb direkt drucken. Weiß hellt außerdem Mischungen auf und senkt ihre Sättigung, was weichere Pastelltöne ergibt. Das neu formulierte Cyan, Magenta und Gelb soll zudem für kräftigere Farbmischungen sorgen. Laut Snapmaker wurden auch Farbton und Transmission Distance (TD) dieser Filamente optimiert. Die TD gibt an, wie weit Licht durch ein Material dringt. Das Ergebnis: Die Farben gehen natürlicher ineinander über, und es entstehen weniger horizontale Streifen.
Full Spectrum druckt entlang der Z-Achse abwechselnd dünne Schichten aus unterschiedlichen Filamenten. Beim Betrachten des Drucks vermischt das Auge diese Schichten. Wechseln sich zum Beispiel eine cyanfarbene und eine gelbe Schicht ab, erscheint die Oberfläche grün. Ursprünglich entstand Full Spectrum als Fork von Orca Slicer. In dieser Version behandelt der Slicer jede Mischung als „virtuelles Filament“ mit eigenem Mischverhältnis und eigener Schichtreihenfolge. Inzwischen unterstützt auch Snapmaker Orca, der offizielle Slicer des Unternehmens, diese Funktion.
Der Trick funktioniert nur mit halbtransparenten Filamenten. Ein opakes Filament zeigt nur seine eigene Farbe, egal wie dünn Sie es drucken. Bei einem halbtransparenten Filament dringt dagegen ein Teil des Lichts durch die oberste Schicht. Es nimmt die Farbe der darunterliegenden Schichten auf und wird zurückgeworfen. So verschmelzen die Schichten im Auge des Betrachters.

Deshalb können vier Spulen weit mehr als vier Farben erzeugen: Jede Kombination, jedes Mischverhältnis und jede Schichtfolge liefert ein anderes Ergebnis. Snapmaker nennt einige Beispiele: Cyan und Gelb ergeben Grün, Magenta und Gelb Orange, Cyan und Magenta Lila. Jede Farbe plus Weiß ergibt einen helleren, weicheren Ton. Snapmaker Orca bietet die Modi Ratio (Verhältnis), Cycle (Zyklus), Match (Abgleich) und Gradient (Verlauf). Hinzu kommt die Funktion Color Mixing Match (Farbmischungsabgleich), die Mischungen nah an den Originalfarben eines Modells erzeugt. Außerdem verweist Snapmaker auf eine Full Spectrum Color Reference in seinem Wiki, die Filamentkombinationen und Mischverhältnisse auflistet.

Die Musterplatte von Snapmaker zeigt die Bandbreite. Sie umfasst weit über 100 gedruckte Farbfelder in kräftigen Grün-, Orange-, Lila-, Blau- und Pinktönen, in den unteren Reihen auch als hellere Pastellvarianten. In den oberen Reihen finden sich gedämpfte Grau- und Brauntöne. Das passt zu Snapmakers eigenem Hinweis, dass Mischungen aus vielen Farben gleichzeitig dunkler oder gräulicher wirken können.
Reines Schwarz kann das Bundle allerdings nicht drucken. Für schwarze Bereiche benötigen Sie daher eine separate Spule. Für flache, kleine oder sehr detailreiche Modelle sowie Lithophanien wird das Bundle nicht empfohlen. Zudem betont Snapmaker, dass Full Spectrum zum Experimentieren mit Farben gedacht ist – nicht zum exakten Farbabgleich. Für optimale Ergebnisse empfiehlt Snapmaker eine Düse von 0,4 mm oder kleiner, eine Schichthöhe von maximal 0,1 mm und das Mischen von zwei Farben mit jeweils 33 – 67 %.
Lizenz: Der Text von "Snapmaker setzt auf Weiß: Vier Spulen liefern jetzt deutlich mehr Farben" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.