Prusa hat ein Firmware-Update für das MMU3 veröffentlicht, das die Zeit beim Filamentwechsel um bis zu neun Sekunden pro Vorgang verkürzt – genug, um bei komplexen mehrfarbigen Drucken Stunden einzusparen.
Laut einem Blogbeitrag, der die Änderungen detailliert beschreibt, senkt das Update die Wechselzeiten von etwa 52 Sekunden auf rund 42 Sekunden – eine Verbesserung von etwa 20 %. Es ist zudem, wie das Unternehmen offen einräumt, das letzte große Update, das das Gerät erhalten wird.
Das Update — Drucker-Firmware 6.5.3 in Kombination mit MMU-Firmware 3.0.4 — erzielt diese Gewinne durch parallele Idler-Operationen (der Extruder wartet nicht mehr, bis die MMU ausrastet, bevor er das Filament vorschiebt), prädiktives Idler-Staging während des Entladens und einen verfeinerten Druckentlastungsschritt, der schnellere Rückzugsgeschwindigkeiten ermöglicht.
Prusa nennt als Beispiel ein detailliertes Modell mit 2.200 Filamentwechseln, bei dem fünfeinhalb Stunden eingespart werden, und einen mäßig komplexen Fünffarbdruck mit 400 Wechseln, der etwa eine Stunde spart. Bei einer Produktionscharge von 25 kleinen Artikeln summiert sich die Ersparnis weiter. Das Unternehmen gibt eine Zeitersparnis zwischen zwei und sechs Stunden an, je nach Modellkomplexität, und merkt an, dass diese Zahlen „eher konservativ“ seien. Wenn Ihre Maschine gut gewartet ist und Sie bereit sind, an die Grenzen zu gehen, gibt es noch Spielraum, um die Geschwindigkeit weiter zu steigern.
Dies ist keine geringfügige Verbesserung für ein System, bei dem jeder Farbwechsel einen vollständigen Entlade-, Lade- und Reinigungsprozess (Purge) erfordert. Für die wahrscheinlich tausenden MMU3-Einheiten, die bereits im Einsatz sind – das Gerät ist seit Mitte 2023 erhältlich –, ist dies ein überraschend großzügiger Leistungszuwachs zum Nulltarif. Das Update deckt die Plattformen MK4S, MK3.9, MK3.5 sowie Core One/One+ ab.
Ein weiterer Pluspunkt für die Benutzerfreundlichkeit der MMU ist die neue Funktion „Preload All“, mit der Sie alle Filamentslots in einem Schritt mit demselben Materialtyp laden können, anstatt jeden Slot einzeln durchzuklicken. Zu den weiteren Änderungen in der Firmware gehören ein neuer LED-Statuslichteffekt für Nutzer der Core One L sowie ein Bugfix für falsch vertauschte Achsenwerte beim Input Shaping auf den CoreXY-Maschinen des Unternehmens.
Prusa stuft die Version 3.0.4 als das letzte signifikante Firmware-Update der MMU3 ein. Das Unternehmen erklärt, dass die Einheit weiterhin verkauft und unterstützt wird, die Entwicklungspriorität jedoch auf das INDX-Toolchanger-Upgrade verlagert wird. Für bestehende Besitzer, die keinen Wechsel auf die neue Plattform planen, ist Firmware 3.0.4 wahrscheinlich das Beste, was die MMU3 erreichen wird.
Der INDX, der von Bondtech entwickelt und von Prusa für die Core One-Serie mitentwickelt wurde, verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz: Anstatt Filamente durch eine einzige Düse zu wechseln, tauscht er passive Werkzeugköpfe (Toolheads) aus – leichte Düseneinheiten, die jeweils über einen eigenen Filamentpfad verfügen. Dadurch entfällt der Entlade-/Lade-/Reinigungsprozess vollständig. Die limitierte „Founders Edition“ des INDX wird voraussichtlich in Kürze ausgeliefert, falls dies nicht bereits geschehen ist, während der allgemeine Release für das zweite Quartal (Q2) erwartet wird.
In demselben Blogbeitrag versteckt sich eine Nachricht, die bei den Besitzern von Prusas großformatiger Core One L vermutlich weniger gut ankommen wird.
Obwohl auf der Produktseite der Core One L die MMU3-Unterstützung nach wie vor für „Anfang 2026“ angekündigt wird, offenbart der Blogbeitrag eine Planänderung. Anstelle eines speziellen MMU3-Kits bietet Prusa nun sogenannte „Adaption Guidelines“ an — Anleitungen zur Modifikation des bestehenden MMU3-Kits der Core One+, damit es an die größere Maschine passt. Dieser Prozess umfasst das Drucken von Konvertierungsteilen (Dateien auf Printables), das Beschaffen größerer Buffer-Platten, die sich nicht einfach drucken lassen, sowie das Befolgen einer schriftlichen Anleitung.
Für einen passionierten Maker ist dies ein gangbarer Weg, stellt jedoch eine Herabstufung gegenüber dem Support auf Produktebene dar, den die Produktseite der Core One L impliziert. Die Seite wurde bisher nicht aktualisiert, und jemand, der heute eine Core One L in Erwartung offizieller MMU3-Unterstützung kauft, würde berechtigterweise davon ausgehen, dass ein passendes Kit erscheinen wird.
Es ist typisch für Prusa, trotz geänderter Pläne eine Art Lösungsweg offen zu halten – schließlich ist dies das Unternehmen, das einst ein Upgrade-Pfad für eine Maschine aus dem Jahr 2017 anbot. Doch es spiegelt auch verschobene Prioritäten wider. Ein durchgesickertes internes Memo deutet darauf hin, dass nach schlechter als erwarteten Verkaufszahlen im vergangenen Jahr Entlassungen und eine Straffung des Fokus im Gange sind. Diese Einschränkung beim Hardware-Support könnte das erste sichtbare Zeichen dieses Wandels sein.
Für MMU3-Besitzer auf den unterstützten Plattformen ist die unmittelbare Botschaft jedoch simpel: Aktualisieren Sie Ihre Firmware für schnellere Mehrfarbdrucke.
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Lizenz: Der Text von "Prusas MMU3 erhält abschließendes Firmware-Upgrade; Core One L setzt künftig auf DIY-Lösung" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.