Die ab sofort erhältliche Universal Storage System (USS)-Trockenbox von Prusa sieht aus wie eine "Schweizer Armee"-Box für die Filament-Lagerung und ermöglicht das externe Wechseln des Trockenmittels, den direkten Druck sowie ein Hygrometer und Thermometer zur Zustandsüberwachung.
Erstmals auf der Formnext 2025 vorgestellt und nun, etwa vier Monate später als ursprünglich erwartet, ist die von Prusa selbst entwickelte Trockenbox-Lösung endlich verfügbar. Die USS kostet im Prusa-Webshop 32,99 € und ist eine vollständig abgedichtete Einzelspulenbox aus Polypropylen, die laut Prusa eine Versiegelung auf „Museumsniveau“ für Ihr Filament bietet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts ist die Lieferzeit bereits auf 3 bis 4 Wochen angestiegen.
Prusa gibt eine Luftwechselrate (AER) von 0,15 an, was eine Feuchtigkeitsreduzierung von 95 % im Vergleich zur Lagerung an der freien Luft verspricht und fünfmal dichter abschließt als „herkömmliche Trockenboxen“. Nach dem 2020-Standard des American Institute of Conservation entspräche dies der „Stufe III“ oder „gut abgedichtet“, unterhalb von „sehr gut abgedichtet“ und natürlich „hermetisch versiegelt“. Die AER-Werte und Vergleichsaussagen stammen ausschließlich aus Prusas eigenen internen Tests. Dabei wurde Prusament PCCF in einer herkömmlichen versiegelten Box gegen die USS getestet (beide Systeme ohne Trockenmittel), wobei die USS über fünf Tage hinweg die Feuchtigkeitsaufnahme etwas effektiver begrenzte. Bemerkenswert ist, dass beide Systeme das Filament weit unter dem vom Unternehmen angegebenen Wassergehalt von 0,12 % hielten – dem Punkt, ab dem die Druckqualität spürbar nachlässt.
Kurz gesagt: Jede Box ist besser als gar keine Box, um feuchtigkeitsabsorbierendes Material länger in einem druckbaren Zustand zu halten. Dennoch ist die neue Lösung von Prusa clever konzipiert und bietet einige Vorteile, insbesondere wenn Sie deren Maschinen verwenden.

Das Design orientiert sich an der aktuellen Druckerreihe von Prusa: Ein Loch in der Mitte ermöglicht die direkte Montage auf den Spulenhaltern mit „Bajonett“-Verschluss, die mit dem Core One L eingeführt wurden. Dennoch ist das Konzept druckerunabhängig (printer agnostic). 3D-druckbare Adapter für ältere Prusa-Modelle folgen in Kürze, zudem besteht die Möglichkeit, eigene Adapter zu entwerfen oder die Box einfach neben dem Drucker auf dem Tisch zu platzieren. Besonders wichtig: Spulen verschiedener Marken passen hinein; ein kurzes Video auf der Produktseite zeigt, dass sowohl Fiberlogy- als auch Bambu Lab-Spulen in der USS Platz finden.
Zwei Funktionen ermöglichen die Interaktion mit der Box und dem Filament, ohne sie öffnen zu müssen. Sobald eine Spule eingelegt ist, kann sie dort ungestört bleiben, bis sie aufgebraucht ist. Eine Gummitülle (Grommet) dient dazu, das Filamentende griffbereit zu fixieren, und ein separates Fach erlaubt den Austausch des Trockenmittels – ebenfalls ohne die Box vollständig zu öffnen. Ein spezieller Platz für Beschriftungen sowie Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren bieten einen schnellen Überblick über den Inhalt und die internen Bedingungen. Praktischerweise ist das Design stapelbar, was die Stellfläche minimiert und die Nutzung mehrerer Einheiten zur Lagerung oder im aktiven Betrieb erleichtert.
Insgesamt scheint es eine clevere Lösung für alltägliche Probleme mit Trockenboxen zu sein — und das fast siebenmal günstiger als die Prusa Pro Drybox, die hermetisch versiegelte Filamentbox des Unternehmens, die für 239 € verkauft wird. Die Prusa USS ist ab sofort im Prusa-Webshop erhältlich.
Auch interessant:
Lizenz: Der Text von "Trockene 3D-Drucke: Prusas neue USS-Box verspricht Profi-Schutz unter 35 €" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.