Verwandeln Sie Pellets, fehlerhafte Drucke und sogar übrig gebliebenes SLS-Pulver in neues 3D-Druckmaterial. Der neueste Extruder von 3devo macht genau das möglich.
Es wird immer praktischer, fehlerhafte Drucke, Kunststoffabfälle und Materialreste wieder in brauchbares Filament zu verwandeln. Mit dem neuen Filament Maker X10 richtet sich der niederländische Hersteller von Extrusionsanlagen 3devo an Druckfarmen, kleine Hersteller und interne 3D-Druckabteilungen. Die Maschine bietet einen höheren Durchsatz und eine strengere Kontrolle über den Filament-Durchmesser. Bislang waren dies zwei der größten Herausforderungen bei der Herstellung von eigenem recyceltem Ausgangsmaterial.
Der X10 produziert 3D-Druck-Filament aus handelsüblichen Spritzgusspellets, übrig gebliebenen SLS- und MJF-Pulvern sowie allgemeinem geschreddertem Kunststoffabfall.
3devo gibt für den X10 einen Durchsatz von bis zu 1,5 kg pro Stunde mit PLA an. Zudem erklärt das Unternehmen, dass die Maschine für den Dauerbetrieb ausgelegt ist, einschließlich 24/7-Laufzeiten. Bei einem herkömmlichen Extruder muss ein Bediener den Prozess anpassen, wenn sich die Filamentabmessungen ändern. Der X10 verwendet hingegen ein Closed-Loop-Regelsystem, um das Filament zu überwachen und automatisch Korrekturen vorzunehmen.

Das Unternehmen erklärt, der X10 sei „für Teams gebaut, die ihre Filamentversorgung dezentralisieren wollen. Sie können ihr eigenes Material nach Bedarf produzieren, anstatt sich auf externe Lieferungen zu verlassen.“
3devo hat keine Preise für den X10 bekannt gegeben. Zum Vergleich: Der Filament Maker Two wurde 2024 für etwa 18.000 US-Dollar (ca. 15.500 €) auf den Markt gebracht und wird derzeit von europäischen Händlern für etwa denselben Preis angeboten.
Der X10 misst das Filament mit einem optischen Drei-Achsen-Sensor, der sich gegen Ende der Kühlstrecke befindet. Laut 3devo hat der Sensor eine Auflösung von 10 Mikrometern und führt mehr als 25 Messungen pro Sekunde durch. Die daraus resultierenden Daten werden in die Extrusionssteuerung zurückgespeist.
3devo gibt eine Durchmessertoleranz auf der Spule von ±30 Mikrometern an. Dieser Wert bezieht sich jedoch speziell auf recyceltes kohlefaserverstärktes PA12 und nicht auf alle unterstützten Materialien. Das Unternehmen weist auch darauf hin, dass der maximale Durchsatz von 1,5 kg/h ein Referenzwert für PLA ist und je nach Material und Verarbeitungseinstellungen variieren wird.
Das Filament legt zwischen Düse und Spule 2,8 Meter zurück, einschließlich eines ein Meter langen Silikonförderbands. Die längere Strecke gibt dem Material mehr Zeit zum Abkühlen, bevor es gemessen und aufgewickelt wird. Laut 3devo ist diese Kühlanordnung eine der Änderungen, die es dem X10 ermöglichen, mit höherem Durchsatz zu arbeiten und Materialien mit geringerer Viskosität zu verarbeiten.
Vier unabhängig voneinander steuerbare Heizzonen erreichen bis zu 450 °C. Die Maschine kann Spulen mit einem Gewicht von bis zu 3 kg aufwickeln. Sie verfügt über einen 7,25-Liter-Trichter (Hopper) mit Vibrationsförderer, der dafür sorgt, dass Pulver und unregelmäßiges Mahlgut kontinuierlich in den Extruder fließen. Eine Fernüberwachung und -bedienung ist über Ethernet möglich. Die Prozessdaten werden für einzelne Spulen aufgezeichnet.
3devo listet Materialien von PLA, PETG und ABS über PA12, PEEK, PEI und PEKK bis hin zu gefüllten Compounds mit Kohlefaser, Glasfaser, Keramik oder Metallpulver auf. Wie bei den Leistungsdaten handelt es sich hierbei um Kompatibilitätsangaben des Herstellers. Sie stellen keine von All3DP unabhängig getesteten Ergebnisse dar.
Eine Anwendung, die 3devo für den X10 hervorhebt, ist die Verarbeitung von ungenutztem Pulver aus dem SLS- und MJF-Druck zu Filament.
Das Unternehmen gibt an, bei der Arbeit mit dem X10 in der eigenen Produktionslinie mehr als 2.000 kg PA12-Pulverabfälle verarbeitet zu haben. Auf der Produktseite werden keine unabhängigen Testdaten für diesen Wert bereitgestellt. Es heißt jedoch, dass die Maschine an 15 Einheiten über mehr als sechs Monate getestet wurde. Darunter befanden sich auch Systeme, die von sechs Pilotkunden betrieben wurden.
Der X10 ergänzt den Filament Maker One und den Filament Maker Two im aktuellen Sortiment von 3devo. Das Unternehmen beschreibt den Two als ein System für Forschung, Recycling und kontrollierte Filamentproduktion. Der X10 wird hingegen ausdrücklich als Option für eine kontinuierliche, unbeaufsichtigte Produktion präsentiert.
Lizenz: Der Text von "Neues Filament aus Ausschuss: Der X10 von 3devo recycelt 1,5 kg pro Stunde" von All3DP Pro unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.