Hi3D veröffentlicht eines seiner KI-3D-Modelle als Open Source. Meshy wiederum bringt seine Werkzeuge in einen Open-Source-KI-Assistenten. Beide Schritte könnten dafür sorgen, dass KI-gestützte 3D-Modellerstellung an mehr Stellen Ihres 3D-Druckprozesses zum Einsatz kommt.
Anbieter von KI-gestützter 3D-Modellgenerierung wollen nicht mehr nur, dass Sie Modelle auf ihren eigenen Plattformen erstellen. Ihre Technologie soll auch in die anderen Werkzeuge einfließen, die Sie nutzen: von Design-Software über KI-Assistenten bis hin womöglich zu den 3D-Druckern selbst.
Zwei Ankündigungen von Hi3D und Meshy vom 23. Oktober zeigen, wie die Unternehmen ihre Reichweite ausbauen. Bestehende KI-3D-Funktionen sollen raus aus isolierten Web-Apps.
Hi3D, eine Plattform für KI-gestützte 3D-Erstellung, hat eines seiner KI-3D-Modelle als Open Source veröffentlicht. Entwickler können die Technologie damit in ihre eigenen Anwendungen integrieren. Meshy, ein weiteres Unternehmen für generative KI, hat derweil ein Plugin für den Open-Source-KI-Assistenten Hermes Agent vorgestellt. Damit landen die 3D-Generierungs- und Druckvorbereitungswerkzeuge von Meshy in einem universellen KI-Assistenten. Einen Durchbruch bei der Generierung druckbarer 3D-Modelle bringt keine der beiden Ankündigungen. Beide deuten aber auf eine Zukunft hin, in der KI-3D-Werkzeuge weniger auf eigenständige Dienste beschränkt sind. Stattdessen werden sie enger in die Software und die Workflows eingebunden, die Sie bereits nutzen. Langfristig könnte das weniger Zwischenschritte zwischen dem Generieren eines Modells und einem druckfertigen Ergebnis bedeuten. So weit sind wir allerdings noch nicht.
Hi3D hat Hi3D V1.0, ehemals Sparc3D, als Open-Source-KI-Modell veröffentlicht. Entwickler und Forscher können die Technologie damit herunterladen und selbst ausführen oder in ihre eigene Software integrieren. Eine 3D-Scan-App könnte das Modell beispielsweise nutzen, um groben Scans anhand eines Referenzbildes mehr Details zu verleihen. Ein Werkzeug für die Spieleentwicklung könnte damit wiederum 3D-Assets verfeinern.
Das Modell ist auf die Rekonstruktion detaillierter 3D-Geometrie spezialisiert. Hi3D hebt besonders hervor, dass es feine Details erhält und konsistente Formen erzeugt. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Trainingsdatensatz von rund 500.000 auf zwei Millionen 3D-Assets erweitert.
Für 3D-Druck-Enthusiasten besonders interessant: Laut Hi3D erreichte das Modell in Tests eine Slicing-Erfolgsquote von 90 Prozent. Das deutet darauf hin, dass sich viele der generierten Meshes mit einem Slicer verarbeiten lassen. Ein erfolgreiches Slicing bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass sich ein Objekt auch problemlos drucken lässt oder wie gewünscht funktioniert.
Vorerst ist die Open-Source-Veröffentlichung vor allem für Entwickler interessant, die auf der Technologie aufbauen möchten. Hi3D bietet aber auch eine kostenlose 3D-Generierung auf seiner Website an, mit der Sie die Werkzeuge ausprobieren können.
Meshy verfolgt einen anderen Ansatz, um den Weg von der Modellgenerierung zum 3D-Druck zu vereinfachen. Das neue Plugin für Hermes Agent, einen Open-Source-KI-Assistenten, bringt die bestehenden 3D-Generierungs- und Druckvorbereitungswerkzeuge des Unternehmens in einen dialogbasierten Workflow (außerhalb der Meshy-Plattform).
Statt manuell zwischen verschiedenen Werkzeugen zu wechseln, können Nutzer dem Assistenten eine Reihe von Anweisungen geben. Etwa: ein Foto in ein texturiertes 3D-Modell umwandeln und dabei die Proportionen beibehalten, eine STL-Datei auf Fehler prüfen, die Geometrie reparieren, das Modell skalieren und es im installierten Slicer öffnen. Hermes koordiniert die einzelnen Schritte und kann so den Aufwand für die Druckvorbereitung verringern.
Die zugrunde liegenden Funktionen sind nicht neu: Meshy bietet KI-gestützte 3D-Generierung, Druckbarkeitsprüfungen und Geometriereparatur bereits auf der eigenen Plattform an. Neu ist, dass sich diese Schritte nun in Workflows einbinden lassen, die ein separater KI-Assistent steuert. Das Plugin ist kostenlos. Für die Generierung von Modellen benötigen Sie jedoch ein kostenpflichtiges Meshy-Abonnement und Credits.
Hi3D macht bestehende Modelltechnologie für mehr Entwickler zugänglich. Meshy dagegen bringt vorhandene Funktionen in mehr Workflows. Keiner der beiden Schritte ist ein Durchbruch bei KI-generierter druckbarer Geometrie. Beide zeigen aber, dass die Anbieter den Einsatz von KI-3D-Werkzeugen im 3D-Druckprozess ausweiten wollen: als Ersatz für – oder als Ergänzung zu – CAD-Software, Slicern und anderen Programmen. Das könnte letztlich auch den Zugang zum 3D-Druck selbst erweitern.
Lizenz: Der Text von "Hi3D und Meshy wollen in Ihren gesamten 3D-Druck-Workflow vordringen" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.