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Vollfarb-3D-Druck

Flashforge CJ270: Der neue Desktop-Material-Jetter mit über 10 Millionen Farben

Bild vonMatthew Mensley
Von Matthew Mensley
Aktualisiert am 10. Sep 2026

Der CJ270 von Flashforge wurde erstmals 2024 angekündigt und versprach mehr als 10 Millionen Farben sowie Transparenz durch sein Material-Jetting-Resinsystem. Ach ja, und eine Markteinführung im Jahr 2025. Dieses Zeitfenster ist zwar verstrichen, aber nun ist der Drucker fertig. Die Auslieferung beginnt im Oktober.

  • Der Flashforge CJ270 ist ein Vollfarb-Material-Jetting-3D-Drucker im Desktop-Format.
  • Er verwendet proprietäre CMYK-Resine sowie weiße, transparente und lösliche Stützresine. Diese werden in praktischen Beuteln verkauft.
  • Der Einführungspreis für den CJ270 liegt bei 3.999 €. Das ist deutlich weniger als die zuvor geschätzten 5.000 bis 10.000 €.
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Wir durften den CJ270 bereits 2024 auf der Messe für Additive Fertigung, der Formnext, zum ersten Mal bewundern. Das kommt uns jetzt wie eine Ewigkeit vor. Damals sahen wir eigentlich nur eine Sammlung von Figuren, die auf dem System gedruckt worden waren, und ein leeres Gehäuse eines Prototyps (der nicht einmal funktionierte). Dennoch waren die Vision und das Versprechen schon damals ziemlich klar – und sie haben sich bis heute nicht verändert.

Der CJ270 ist ab sofort zu einem Einführungspreis von 3.999 € erhältlich. Das ist ein deutlicher Preisnachlass gegenüber den 5.000 €, die uns zuletzt genannt wurden. Und es ist weit entfernt von den 10.000 €, von denen bei unserer ersten Begegnung mit dem Drucker noch die Rede war.

Es handelt sich um einen fotopolymerbasierten Drucker, der präzise Mischungen aus Tropfen eines UV-empfindlichen Resins aushärtet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Resin-Druckern, die Modelle Schicht für Schicht in einer Resinwanne erzeugen, nutzt der CJ270 eine miniaturisierte Material-Jetting-Technologie. Er verfügt über unabhängige, tintenstrahlähnliche Druckköpfe. Diese fahren über die Druckplatte, um das Material aufzutragen, und härten es dabei sofort aus.

Die Technologie klingt wie ein typischer 2D-Tintenstrahldrucker. Im 3D-Druck kommt sie jedoch normalerweise in viel größeren, freistehenden Geräten zum Einsatz, die mehrere zehntausend Euro kosten. Flashforge hat hier eine beachtliche Leistung vollbracht: Das System wurde auf ein Desktop-Format geschrumpft, das in keinem Büro oder Klassenzimmer fehl am Platz wirken würde. Zudem soll das Gerät wartungsfreundlich sein, weil Jetting-Druckköpfe berüchtigt für Verstopfungen sind und eine strikte Druckerhygiene erfordern. Ganz nebenbei umgeht der Hersteller auch noch bestehende Patente auf die entsprechende Technologie.

Man muss allerdings dazusagen, dass die Neuheit ein wenig an Glanz verloren hat. Hochwertige Desktop-UV-Texturdrucker sind im letzten Jahr verstärkt auf den Markt gekommen. Zudem hat der vielseitige G1X von HeyGears auf Kickstarter erfolgreich über 14 Millionen Euro eingesammelt.

Es wird immer schwieriger, auf den Produktseiten zu unterscheiden, was echt ist und was nicht, aber diese Miniaturansichten stellen eine Verbesserung gegenüber dem dar, was wir dort im Jahr 2024 gesehen haben (Quelle: Flashforge)

Für Ihre 3.999 € erhalten Sie ein Gerät mit den Maßen 697 x 410 x 405 mm. Im Inneren erreicht der Bauraum 180 x 120 x 100 mm, was sich seit unserer Vorschau vor einigen Jahren nicht geändert hat. Ebenfalls unverändert bleiben die Materialflexibilität und die Farbpalette. Laut Flashforge unterstützt der Drucker mehr als 10 Millionen Farben. Dies wird dadurch ermöglicht, dass der Drucker Mikrotropfen von Cyan-, Magenta-, Gelb-, Schwarz-, Weiß- oder transparentem Resin in präzisen Verhältnissen versprüht. In der Summe erzeugen diese Mischungen das Erscheinungsbild der gewünschten Farben. Die Tropfen härten sofort unter UV-Licht aus.

Druckvorgänge, die das gesamte Volumen ausnutzen, könnten mehr als einen Tag in Anspruch nehmen. Flashforge empfiehlt hier eine Faustregel: Modelle mit einer Höhe von etwa 10 cm benötigen mehr als 15 Stunden, während Modelle mit einer Höhe von rund 15 cm etwa 25 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen.

Beim Filamentdruck sehen wir zunehmend Optionen zur Farbmischung, wie zum Beispiel bei FullSpectrum. Diese Farben werden jedoch schichtweise und starr fixiert. Das System von Flashforge hingegen kann Farben gezielt platzieren. Dadurch lassen sich im Grunde fotorealistische Ergebnisse in 3D erzielen.

Die Materialien sind proprietär für diesen Drucker. Eine zukünftige Kompatibilität mit Drittanbietern wurde nicht erwähnt. Schichthöhen von nur 7 Mikrometern sind erreichbar. Dank des speziellen, wasserlöslichen Stützmaterials lassen sich auch komplexe Modelle realisieren. Ein Ultraschallreiniger beschleunigt die Entfernung der Stützstrukturen erheblich. So verkürzt sich die Einweichzeit von etwa 10 Stunden auf nur ein oder zwei Stunden – zwingend erforderlich ist das Gerät jedoch nicht.

Je nach Ihren Ansprüchen kann eine Nachbearbeitung erforderlich sein. Flashforge gibt an, dass zusätzliches Aushärten sowie Schleifen und Glasuren das Beste aus einigen Modellen herausholen können.

MacOS-Nutzer haben leider das Nachsehen. Die für den CJ270 benötigte ColorPrint-Software ist nur für Windows verfügbar. Auch WLAN wird zum Start nicht unterstützt, soll aber später vom Unternehmen nachgereicht werden. Vorerst wandern die Druckaufträge über die Ethernet-Verbindung zum Drucker oder werden physisch per USB-Stick übertragen.

Es werden viele generisch niedliche Farbfiguren herangezogen, um uns davon zu überzeugen, dass der CJ270 im Vergleich zum regulären Resin-Druck und der anschließenden Bemalung eine enorme Zeitersparnis bietet. Das ist durchaus ein Argument. Lernmodelle, „IP- & Charakterdesign“ sowie „Kreativ-Enthusiasten“ (was auch immer das genau heißen mag) sind nur einige der Zielgruppen, für die der CJ270 laut Flashforge ideal geeignet ist.

Unserer Meinung nach schlägt der Drucker eine zeitgemäße Brücke. Er verbindet den noch in den Kinderschuhen steckenden Desktop-Vollfarbdruck mit den unerschwinglichen professionellen Systemen, die bislang für derartige Farbfiguren genutzt wurden. 3.999 € sind kein unverschämter Preis für die gebotene Technologie, also ist Flashforge vielleicht wirklich einem großen Ding auf der Spur.

Der CJ270 kann ab sofort bestellt werden. Die ersten 100 Geräte sollen laut Flashforge-Webshop bis zum 15. Oktober ausgeliefert werden.

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Über den Autor:
Matthew Mensley is a senior editor at All3DP with nine years covering consumer 3D printing hardware. He writes news, reviews, and buying guides with the clarity of someone who's seen enough hype cycles to know which ones to take seriously.
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