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Wirkungslose Investitionen

Die deutsche Bundeswehr steckt planlos Millionen in 3D-Drucker

Bild vonCarolyn Schwaar
Von Carolyn Schwaar
Veröffentlicht am 20. Mai 2025

Einem Bericht der deutschen Bundesregierung zufolge verfügt das Militär nicht über die nötigen Konstruktionsdaten oder Fertigungsrechte für Ersatzteile, kauft aber trotzdem 3D-Drucker.

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In einem relativ schonungslosen Gutachten, das vor zwei Wochen veröffentlicht wurde, sagen die internen Rechnungsprüfer der deutschen Bundesregierung, dass die Bundeswehr allein in den letzten drei Jahren mehr als 3 Millionen Euro für 33 Drucker ausgegeben hat und plant, in den nächsten drei Jahren weitere 15 Millionen Euro auszugeben – und das alles für eine Datenbank, die lediglich 10 Ersatzteile umfasst.

Das dürftige Ersatzteillager ist den Prüfern zufolge darauf zurückzuführen, dass die Bundeswehr es versäumt hat, Konstruktionsdaten und Fertigungsrechte für von ihr in Auftrag gegebene Ausrüstung und Waffensysteme zu erwerben.

Wie viele andere Streitkräfte weltweit, insbesondere das US-Militär, ist auch die Bundeswehr von der Idee überzeugt, dass der 3D-Druck die allgemeine Einsatzbereitschaft erhöhen und die oft schlechte Versorgung mit Ersatzteilen für ihre bekanntlich veralteten Waffensysteme verbessern würde. Bei ihren Untersuchungen hat sie festgestellt, dass 3D-Druck keine speziellen Produktionsanlagen erfordert und Ersatzteile je nach Bedarf an verschiedenen Orten gefertigt werden können.

Im Jahr 2021 wurde der 3D-Druck offiziell als Strategie des deutschen Verteidigungsministeriums vorgestellt und soll bis 2030 vollständig umgesetzt werden. Nach Einschätzung der Gutachter gab das Bundesverteidigungsministerium „keine messbaren Ziele vor, die es mit dieser Technik erreichen will. Ebenso wenig erarbeitete es einen Arbeits- und Zeitplan oder grenzte Verantwortungsbereiche für die Einführung des 3D-Drucks ab.“

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Eine Empfehlung aus dem Bericht der Wirtschaftsprüfer besteht darin, dass die Bundeswehr bei allen Neuanschaffungen von Ausrüstung und Waffensystemen den 3D-Druck von Ersatzteilen einplant, indem sie von den Auftragnehmern die Bereitstellung von Konstruktionsdaten und Fertigungsrechte für die Teile fordert. „Nur dann könne die Bundeswehr das Potenzial des 3D-Drucks ausschöpfen.“

Zufälligerweise hat das US-Verteidigungsministerium in dieser Woche auch ein Mandat erteilt, demzufolge das Militär „versuchen solle, in alle bestehenden Verträge Bestimmungen über das Recht auf Reparatur aufzunehmen und sicherzustellen, dass diese Bestimmungen auch in alle neuen Verträge aufgenommen werden.“

Eine Datenbank für 10 Ersatzteile

Die Wirtschaftsprüfer der Bundesregierung haben aufgedeckt, dass das Militär nur für zehn Ersatzteile 3D-Druck-Konstruktionsdaten in einer zentralen Datenbank bereit hält. Knapp 200 weitere Datensätze für Ersatzteile könnten in die zentrale Ersatzteildatenbank aufgenommen werden, doch die Bundeswehr hat dies bisher versäumt.

Insgesamt bezeichneten die Prüfer die 3D-Druck-Strategie des Militärs als „wirkungslose Investition.“ Nur wenige Ersatzteile wurden vom Militär in 3D gedruckt. Eine Komponente für ein Schiff ersparte zwar den Austausch einer ganzen Baugruppe, entlastete die Logistik aber nur geringfügig, und insgesamt ist die Zahl der gefertigten Ersatzteile „im Vergleich zum täglichen Bedarf der Bundeswehr bislang unbedeutend,“ heißt es in dem Bericht.

Trotz der scharf ausfallenden Kritik räumen die Gutachter ein, dass sich das Militär noch in der Umsetzungsphase der Einführung des 3D-Drucks befindet: „Die Bundeswehr habe eine entsprechende Anzahl an Druckern kaufen
müssen, um eine Anfangsbefähigung im 3D-Druck zu erreichen.“

Ähnlich wie die Bundeswehr sehen auch die Prüfer ein erhebliches Potenzial im 3D-Druck für die Streitkräfte, kommen aber zu dem Schluss, dass eigene 3D-Drucker nur dann wirtschaftlich genutzt werden, wenn genug Konstruktionsdaten und die damit verbundenen Fertigungsrechte zur Verfügung stehen. Solange das nicht der Fall ist, lässt das deutsche Verteidigungsministerium „das Potenzial des 3D-Drucks ungenutzt und handelt unwirtschaftlich.“

Quelle (Titelbild): Generalmajor Volker Thomas, Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, bei der Vorführung von 3D-gedruckten Ersatzteilen im Jahr 2018.

Über den Autor:
Carolyn is All3DP’s senior editor and a journalist with 25+ years covering business and technology. Passionate about making tech accessible, her work also appears on Forbes.com.
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