Das neue KI-gestützte Neural CAD von Autodesk könnte die 3D-Konstruktion radikal verändern, indem es über die herkömmlichen parametrischen Systeme hinausgeht und Modelle auf der Grundlage einfacher Eingabeaufforderungen erstellt.
Eine neue Kategorie von generativen KI-Modellen, die die Arbeitsweise von Designern und Ingenieuren grundlegend verändern soll, wird in Autodesk-Produkte integriert.
Die auf der AU 2025-Konferenz des Unternehmens angekündigte Technologie mit dem Namen „Neural CAD“ ist ein völlig neuer Ansatz zur Erzeugung von Objekten durch computergestütztes Design (CAD). Benutzer werden in der Lage sein, Modelle anhand von Texteingaben zu erstellen, und die KI wird die Fähigkeit besitzen, nicht nur auf geometrischer Ebene zu denken, sondern auch auf der Ebene der industriellen Prozesse.
Die Designwelt verlässt sich seit mehreren Jahrzehnten auf parametrische CAD-Systeme, die akribische Schritt-für-Schritt-Anweisungen erfordern, um detaillierte Modelle zu erstellen. Laut Autodesk bietet Neural CAD eine leistungsstarke Alternative, die es dem Benutzer ermöglicht, nahtlos von frühen, groben Konzepten zu komplexen Designs überzugehen. Die Modelle wurden so trainiert, dass sie über CAD-Geometrie und industrielle Systeme „nachdenken“ können, anstatt einfach große Sprachmodelle mit bestehender Software zu koppeln.
Die neue Technologie soll in mehrere Flaggschiffprodukte von Autodesk integriert werden, darunter Fusion, mit dem Konstrukteure 3D-Modelle anhand einfacher Textanweisungen erstellen können. Die Architektur- und Baubranche wird mit Forma ein spezielles Modell erhalten, das einen schnellen Übergang von ersten Gebäudekonzepten zu detaillierten Plänen und Systemen ermöglichen könnte.
Es wurde noch kein genaues Datum genannt, wann die Einführung beginnen wird, aber Autodesk sagt, dass die Benutzer „bald damit rechnen können und dass schnelle Verbesserungen folgen werden.“
Autodesks Forschung in dieser neuen KI-Kategorie begann mit der Gründung seines KI-Labors im Jahr 2018. Das Ziel war es, eine einzigartige Form der KI zu schaffen, die physikalische Designs und Systeme direkt verstehen und manipulieren kann. Im Gegensatz zu den verallgemeinerten großen Sprachmodellen, die Tools wie ChatGPT unterstützen, wird Neural CAD auf großen Mengen spezifischer Design-, System- und Prozessdaten trainiert.
Die Vision des Unternehmens ist, dass Neural CAD den kreativen Prozess intuitiver und kollaborativer macht. Die Modelle werden auch für Unternehmen zur Verfügung gestellt, die sie mit ihren eigenen Daten anpassen können, was ihnen möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil verschafft, indem sie die KI auf ihre einzigartigen Arbeitsabläufe und ihr Wissen zuschneiden.
Die Ankündigung von Autodesk signalisiert einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung der Designtechnologie – ihre Integration mit KI – und deutet auf eine Zukunft hin, in der die anfänglichen, frei gestalteten Phasen des kreativen Ausdrucks nicht mehr von der für die Produktion erforderlichen Detailarbeit getrennt sind.
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