Die emissionsarme Formel von Bambu Lab aus nur fünf Inhaltsstoffen verspricht saubereren 3D-Druck für Zuhause, doch für Ihre fertigen Drucke bleiben wichtige Sicherheitsvorkehrungen bestehen.
Bambu Lab hat soeben eine neue Filament-Reihe namens PLA Pure (27,99 €) auf den Markt gebracht, die derzeit in fünf Farben erhältlich ist. Laut Hersteller wurde sie „für saubereren, sichereren 3D-Druck für Zuhause entwickelt“.
Das ist definitiv etwas, was die Branche braucht: ein Filament, das weniger chemische Zusätze aufweist und weniger schädliche Dämpfe freisetzt. Das neue Material von Bambu Lab stützt sich offenbar auf neue Zertifizierungen und Labortests.

Laut Bambu Lab wurde PLA Pure im Rahmen des UL Greenguard-Programms auf Emissionswerte geprüft. Dabei wurde das Standardverfahren zur Bewertung von Partikel- und Chemieemissionen bei nicht-industriellen 3D-Druckern und Druckmaterialien, die sogenannte Norm UL 2904, angewendet.
Der Erhalt der Greenguard-Zertifizierung bedeutet, dass Ihre Materialien während des Druckvorgangs (in diesem Fall bei vierstündigem Druck auf den Modellen A1 und A2L) Emissionen freisetzen, die unter den festgelegten Grenzwerten bleiben. Bei Greenguard handelt es sich also um eine Zertifizierung für niedrige Emissionen, nicht zwingend um eine „Sicherheitszertifizierung für die Luftqualität“. Emissionen sind weiterhin vorhanden. Selbst bei den Materialien von Bambu Lab heißt es: „Eine angemessene Belüftung wird weiterhin empfohlen, um das Einatmen von Nebenprodukten des Druckprozesses zu minimieren.“
Dennoch ist das Erreichen dieser Greenguard-Zertifizierung ein echter Meilenstein für Bambu Lab. Die Filamente Prusament PLA und PETG von Prusa verfügen ebenfalls über diesen Nachweis, doch bei anderen Herstellern ist er noch selten zu finden.

Der nächste Pluspunkt, mit dem Bambu Lab wirbt, ist die aus fünf Inhaltsstoffen bestehende Liste für PLA Pure. Es besteht aus PLA, Acryl-Copolymer, Farbpigmenten mit EU-Zulassung für Lebensmittelsicherheit, Ethylenbisstearamid und asbestfreiem Talkumpuder, die alle von großen Chemieunternehmen wie Dow und BASF bezogen werden.
Das ist ein erfreuliches Maß an Transparenz für ein PLA. Nur wenige Materialhersteller legen ihre Polymerzusammensetzung offen. All diese Inhaltsstoffe einzeln sowie das fertige Filament verfügen über die Zertifizierung für den Lebensmittelkontakt nach EU-Verordnung Nr. 10/2011.
Eine wichtige Einschränkung, die Bambu Lab in einer Fußnote macht, ist jedoch, dass nur das Filament als lebensmittelecht zertifiziert ist, nicht aber das, was Sie damit drucken.
„Ob ein bestimmtes gedrucktes Objekt für eine bestimmte Anwendung geeignet ist, hängt von Faktoren wie der Gerätehygiene (insbesondere der Sauberkeit der Düse), den Druckbedingungen und der letztendlichen Verwendung des Objekts ab“, so Bambu Lab. Verbraucher sollten also nicht davon ausgehen, dass ihre Teile lebensmittelecht sind, nur weil sie mit PLA Pure gedruckt wurden.
PLA Pure beginnt, wie fast alle PLAs, ab 60 °C zu warpen (sich zu verziehen) und sollte nicht in der Spülmaschine gereinigt werden.

Ein weiterer Sicherheitstest, den PLA Pure bestanden hat, betraf die Migration bestimmter Elemente gemäß der europäischen Spielzeugnorm EN 71. Mit anderen Worten: Unter Testbedingungen haben 3D-gedruckte Teile beim Anfassen keine schädlichen Mengen an Elementen wie Blei, Quecksilber und Arsen auf Personen übertragen. Dies sollte ein Weckruf für alle sein, die Spielzeug mit minderwertigeren Materialien drucken.
PLA kann Pigmente, Weichmacher, Füllstoffe, Nukleierungsmittel, Stabilisatoren, recycelte Anteile sowie Verarbeitungsrückstände enthalten, die nicht explizit deklariert werden müssen. Schädliche Chemikalien können dabei entweder aus der Zusammensetzung des Filaments oder durch thermische Zersetzung während des Drucks entstehen.
Dennoch ist die Andeutung von Bambu Lab, PLA Pure sei „spielzeugsicher“, nicht die ganze Wahrheit. Bambu Lab erklärt, dass das Bestehen dieses Tests das PLA Pure zwar für Modelle geeignet macht, die in die Hand genommen und bespielt werden (z. B. ein Spielzeugteller, ein kleines Auto oder Katzenspielzeug), warnt aber davor, dass zur Spielzeugsicherheit mehr gehört als nur das Material. Bambu Lab beansprucht keine Konformität mit den anderen Aspekten der Spielzeugnorm EN 71, die sich auf die mechanische oder physische Sicherheit beziehen.

Bei dem Bestreben, PLA Pure als das „Bio-Essen unter den 3D-Druck-Filamenten zu positionieren — mit Fokus auf eine saubere Formel aus fünf Inhaltsstoffen, die der Gesundheit Vorrang gibt, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen“, wie es in den Marketingmaterialien heißt, stand auch eine hohe Druckqualität im Vordergrund.
Bambu Lab gibt an, die Zusatzstoffe entfernt zu haben, die in vielen PLA-Filamenten für eine einfache Druckbarkeit und Haltbarkeit sorgen, indem die fünf Hauptbestandteile neu formuliert wurden. „Bambu Lab hat die Rezeptur von Grund auf neu entwickelt und so lange iteriert, bis die chemische Zusammensetzung allein das leisten konnte, was normalerweise Zusatzstoffe bewirken“, so das Unternehmen.
PLA Pure entspricht in seiner mechanischen Leistung laut Bambu Lab dem PLA Basic und bietet eine Schichthaftung, die mit den meisten PLA-Materialien auf dem Markt vergleichbar ist.
PLA Pure ist AMS-kompatibel und ab sofort im offiziellen Bambu Lab Store erhältlich.
Lizenz: Der Text von "Bambu Lab bringt „Pure“ PLA auf den Markt: Das steckt wirklich darin" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.
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