Featured image of Elegoo Mars im Test: Bester Budget-Resin-3D-Drucker 2019
All3DP ist eine redaktionell unabhängige Publikation. Alle Produktrezensionen und -Empfehlungen geben die unvoreingenommene Meinung unserer Redaktion wieder und können weder gekauft noch beeinflusst werden. Um All3DP offen und kostenlos anbieten zu können, finanzieren wir uns durch Werbe- und Affiliate-Erlöse. Wenn Sie über Shopping-Links auf unserer Website einkaufen, erhalten wir eine Provision. Weitere Infos.
Low-Budget-Drucker werden immer besser

Elegoo Mars im Test: Bester Budget-Resin-3D-Drucker 2019

Bewertungen:

Picture of Matthew Mensley
Von Matthew Mensley
Oct 15, 2019
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Der Elegoo Mars ist unserer Sicht "Der Beste Budget-Resin-3D-Drucker" im Jahr 2019. Lies unseren Testbericht, um zu erfahren warum er dem beliebten Photon den Rang abläuft.

Noch vor Kurzem beschränkte sich der Markt für Resin-3D-Drucker auf Profis mit dickem Geldbeutel. Dann kam Anycubic begeisterte die Massen mit seinem Photon 3D-Drucker. Heute versuchen viele Hersteller mit Budget-Resin-Druckern den Markt zu erobern – und wir ernten die Früchte!

Bei einem Preis von meist deutlich unter 500 € können sowohl Einsteiger als auch Profis von solchen Budget-Maschinen profitieren, denn 3D-Druck mit hoher Auflösung ist erschwinglich geworden.

Ursprünglich wurde der Elegoo Mars 2017 angekündigt, kam dann aber doch erst dieses Jahr auf den Markt. Der Hersteller brauchte wohl seine Zeit, um diesen extrem günstigen LCD-3D-Drucker zu einem Preis von unter 400 € zu realisieren. Damit wird das ständig wachsende Angebot von preiswerten Resin-3D-Druckern um ein weiteres spannendes Modell ergänzt.

Der 3D-Drucker taucht immer wieder bei den Online-Shops auf, und ist dann ist im im Nu ausverkauft. Künstliche Knappheit, um Nachfrage vorzugaukeln? Möglich. Aber aus unserer Erfahrung ist die Nachfrage nach dem Elegoo Mars absolut berechtigt. Das Ding ist einfach verdammt gut.

Anzeige

Elegoo Mars Test Das Urteil

Image of Elegoo Mars Test: Das Urteil
The Elegoo Mars base unit

Vorteile

  • Exzellente Druckqualität
  • Mimimales Setup
  • Einfach, aber effektiv

Nachteile

  • USB-Anschluss ungeschickt platziert
  • Der Lüfter ist ziemlich laut
  • Benutzung über eine längere Zeit kann die Firmware durcheinanderbringen

Der Elegoo Mars hat uns beeindruckt. Ohne Schnickschnack erreicht dieser 3D-Drucker mehr als seine Konkurrenten. Er bietet ein einfaches und dennoch überzeugendes 3D-Druckerlebnis zum absoluten Kampfpreis.

Anzeige

Elegoo Mars Test Die Technik

Image of Elegoo Mars Test: Die Technik
Print plate and FEP resin vat

Das Drucken mit einem 3D-Drucker mit “maskiertem” Stereolithografie-Verfahren verläuft bemerkenswert ruhig. Da ist der viskose Flüssigharz, der geschmeidig durch den Resin-Behälter fließt, das leise Schnurren der Achse, die die Bauplatte absenkt – und weiter? Das war’s.

Kein Heckmeck oder Theater wie beim FDM-Druckverfahren. Kein Zirkus mit den Filamenten, keine verhedderten heißen Enden oder selbstzerstörerisches Abbrechen einer Druckerdüse, die den vorherigen Druck zerreißt. Nur das sanfte Surren der Bauplatte, die Schicht für Schicht druckt.

Beim Stereolithografie-Druck mit Elegoo Mars überkommt den Anwender im wahrsten und übertragenen Sinne ein Gefühl der Ruhe – vom Anfang bis zum Ende. Mit etwas Fantasie kann man den Elegoo Mars mit dem Google-Smartphone Pixel 3A vergleichen. Er ist preiswert und bietet dem Anwender ein einwandfreies Druckerlebnis ohne aufgeblasenen, überflüssigen Schnickschnack.

Und das Beste: Er druckt einfach großartig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis reißt einen vom Hocker und erklärt den kleinen Hype, der im Moment um ihn gemacht wird.

Elegoo Mars LCD-3D-Drucker
Der Elegoo Mars ist ein kompakter LCD-3D-Drucker.

Die solide Bauqualität ist auf den ersten Blick zu erkennen. Der Drucker ist er nicht schwer und hat eine gute Standfestigkeit. Man kann ihn bei Bedarf recht einfach drehen – und das könnte wegen der unpraktisch angebrachten USB-Buchse auf der Rückseite öfter mal der Fall sein. Aber er kippt nicht oder wackelt, wenn man ihn bei Benutzung bewegt oder anstößt.

Der abnehmbare UV-Licht-Abdeckung ist ein bisschen unpraktisch, weil man sie bei Arbeitsbeginn ganz abnehmen muss, um an den Resin- und Druckbehälter zu gelangen. Beim Aufsetzen und Abnehmen der Abdeckung ist um die x-Achse herum genug Spielraum vorhanden, sodass man mit den Druckerteilen nicht ins Gehege kommt.

Dass man die ganze Abdeckung abnehmen kann, hat u. a. den Vorteil des uneingeschränkten Zugangs zum Resin-Behälter. Dadurch dass wir uns nie mit der Hand durch die enge Öffnung durchzwängen mussten, um an den Tank zu gelangen, wurde das Entfernen der Drucke beim Elegoo Mars zu einer deutlich saubereren Sache als bei anderen Druckern.

Beim Elegoo Mars kannst du dich in einem Bauraum von 120 x 68 x 155 mm austoben, was ihn direkt vergleichbar macht mit dem Anycubic Photon S und dem Sparkmaker FHD. Bei einem Preis von rund 360 € ist der Elegoo Mars ein attraktives Schnäppchen. Und es gibt 2019 immer wieder Sommer-Specials zum Sonderpreis von $ 250. Das macht ihn derzeit zu einem der günstigsten LCD-Drucker, der jedem Konkurrenten den Rang abläuft und bei dem man einfach zuschlagen muss.

Anzeige

Elegoo Mars Test Aufbau

Image of Elegoo Mars Test: Aufbau
Up close on the Elegoo Mars print plate

Der Aufbau des Elegoo Mars ist denkbar einfach. Die Druckplatte ist an einem Kugelgelenk befestigt, das mit zwei Gewindestiften gelöst wird. Gewindestifte lockern, Druckplatte zum Boden des Resin-Behälters absenken wie in der Anleitung beschrieben, fest andrücken, um für eine ebene Fläche zu sorgen, und Gewindestifte wieder festziehen. Das ist alles.

Innerhalb von zwei Minuten konnten wir ihn anschließen, die Druckplatte ausrichten und einen Druckauftrag eingeben. Spielend einfach.

Anzeige

Elegoo Mars Test Testdrucke

Image of Elegoo Mars Test: Testdrucke
Prints, prints, prints!

Wie alle modernen Desktop-LCD-3D-Drucker ist der Elegoo Mars kompatibel mit vielen 405-nm-UV-Harzen. Der Drucker wird jedoch ohne Resin geliefert. Man muss ich vorher welches kaufen, bevor es mit dem Drucken losgehen kann.

Der Hersteller bietet seinen eigenes Resin an. Das haben wir auch gleich besorgt, um es mit dem Drucker zusammen zu testen. Wie nicht anders zu erwarten klappt das Drucken diesem Resin gut.

Drucken mit Resin ist einfach viel unproblematischer als Filament-Druck mit einem Desktop-FDM-Drucker. Die Kombi von Elegoo Mars und ChiTu-Box-Slicer fanden wir sehr gelungen. Die Standardeinstellungen sind absolut in Ordnung und ein wenig Herumbasteln mit extremen Schichthöhen trug unserem Ehrgeiz Rechnung, ohne dass es zu Druckkatastrophen kam.

Sogar mit unserem abgefahrenen Mix aus Phrozen ABS-like-Resin und Standard-Resin von Anycubic (bereits für einen vorherigen LCD-Drucker-Test zusammengebraut) konnte problemlos gedruckt werden – noch ein Indiz dafür, wie entspannt und easy man mit Resin drucken kann. Die Schwierigkeiten liegen woanders – nämlich hauptsächlich bei der Druckvorbereitung.

Elegoo Mars LCD-3D-Drucker
D20″-Würfel in einem D12″-Modell (Modell: 12 + 20 von Daniel Smiles über MyMiniFactory)

Die angegebene Standardschichthöhe von 0,01 – 0,02 scheint zu stimmen. Der Unterschied ist so winzig, dass es sich nicht lohnt darüber nachzudenkend. Ignoriere es und drucke einfach dickere Druckschichten. Die Drucke kommen sehr viel detaillierter aus dem Druckbett als bei Desktop-FDM-Druckern der gleichen (oder etwas höheren) Preisklasse.

Ein Trick, um den Elegoo Mars noch ein wenig zu pimpen, versteckt sich in den Druckeinstellungen der ChiTuBox: Anti-Aliasing (AA).

Eine Begleiterscheinung der LCD-Drucker-Technologie ist der sogenannte “Treppeneffekt” auf der Modelloberfläche. Jede LCD-Druckschicht setzt sich effektiv aus einem 2D-Netz mit quadratischen Pixeln zusammen (die dann zusammen mit der z-Achsen-Auflösung als 3D-Voxel wahrgenommen werden). Die Kanten dieser Voxel sind auf der Druckoberfläche zu sehen. Die Pixel sind aber so klein (47 Mikron auf der x-und y-Achse), dass sie für das bloße Auge glatt erscheinen.

Elegoo Mars LCD-3D-Drucker
Ein Ergebnis beim Anti-Aliasing (AA) mit einer Schichtdicke von 0,01 mm: Wenn der AA-Modus eingestellt ist, kann man eine geringfügige Verbesserung feststellen (rechts)

Anti-Aliasing ist eine Nachbearbeitungstechnik, die den Treppeneffekt minimieren kann. Durch das Ein- oder Ausstellen der Graubereiche zwischen den Pixeln glättet AA die scharfen Kanten der Voxel.

Wir haben das Ergebnis dieses Features im Bild oben eingefangen. Links ein Druck ohne AA; diagonal durchgeschnitten sind die Voxel der Kanten deutlich sichtbar. Auf der rechten Seite im Bild das gleiche Modell mit gleicher Schichtdicke, aber mit Einsatz von AA. Die gleiche Kante ist geringfügig glatter mit weniger ausgeprägtem Treppenstufen-Effekt. Das bloße Auge erkennt keinen Unterschied.

Am sinnvollsten wäre es vielleicht, die Technik für höhere Schichtdicken einzusetzen zum Geschwindigkeitsausgleich, ohne die Detailgenauigkeit zu opfern. Bei den hauchdünnen Schichtdicken, die man mit LCD-/SLA-Druckern herstellen kann, würden wir wohl auf den Einsatz verzichten. Und doch hat man die Option.

Im Ganzen gesehen ist der Elegoo Mars ein fantastischer Drucker. Typisch für alle LCD-3D-Drucker erscheinen Fehler beim Bewegen der z-Achse übertrieben groß, was aber nicht stimmt, wenn man am Ende das fertige Resin-Druckobjekt mit seiner meist glatten Oberfläche in der Hand hält. Und beim Mars ist das wenig bis gar nicht passiert.

Elegoo Mars LCD-3D-Drucker
Sieht gruselig aus und hört sich noch gruseliger an (Modell: Maya Death Whistle von Tacblades, über Thingiverse)

Aber es ist ja nicht so, dass wir nicht auch etwas zu meckern hätten. Ab und zu nach laaaaangen Druckdurchläufen fängt die Firmware an zu mucken, wenn ein neuer Druck gestartet wird. Ein paar Mal ist es vorgekommen, dass der Mars scheinbar mit einem neuen Druck anfing und dabei aber mit einer Druckschicht aus der Dateimitte gestartet hat. Das kann passieren, oder aber er springt sofort auf 100 % nach einer Druckschicht. Ein- oder zweimal stand er einfach da und hat gar keinen Piep von sich gegeben.

Die richtige Tech-Support-Lösung lautet hier: aus- und wieder einschalten.

Solche Probleme könnten mit einem Firmware-Update beseitigt werden. Ob und auch wann so ein Update kommen wird, ist unklar.

Anzeige

Elegoo Mars Test Software

Der Elegoo Mars setzt ChitTu-Firmware und die Druckvorbereitungssoftware ChiTuBox ein. Mit dem Einsatz einer modernen ausgereiften Software, die nicht proprietär und einfach anzuwenden ist, hat sich Elegoo einen großen Gefallen getan. Mit dem ChiTuBox-Slicer von ChiTu gestaltet sich der Workflow zwischen Druckvorbereitung und Maschine unkompliziert. Was neu ist: Der Mars ist einer der wenigen Drucker, der offiziell von der Software unterstützt wird.

Die wesentlichen Features zur Vorbereitung eines Resin-Drucks sind vorhanden: solide Support-Erstellung und das Aushöhlen von Druckobjekten sind hier die beiden Highlights. Zusätzliche anwenderfreundliche Einstellungen ermöglichen Anpassungen, ohne irgendwelche Schäden zu verursachen, wie z. B. eines von mehreren Druckmodellen neu zu positionieren, ohne die in mühseliger Kleinarbeit aufgebauten Supports zu beschädigen.

Es bohrte sich auch mal Stützmaterial in andere Modelle auf der Bauplatte, aber das passierte selten. Dieses Problem gab’s eher mit der vorherigen ChiTu-Slicer-Version von ChiTu. Alles in allem stellt die mitgelieferte Software des Elegoo Mars weitaus mehr als eine leistungsfähige Ein-Programm-Lösung dar.

Anzeige

Elegoo Mars Test Ist er sein Geld wert?

Image of Elegoo Mars Test: Ist er sein Geld wert?

So wie die Dinge stehen, ist dies ein Ja ohne Wenn und Aber. Wenn du nicht genau weißt, ob du einen Resin-Drucker kaufen sollst, und du den Elegoo Mars zum Sale-Schnäppchenpreis von ca. 250 € siehst, dann greif zu! Ach, egal, nimm zwei – einen jetzt und den zweiten am Ende des Sales.

Wir glauben nicht, dass die Nachfrage irgendwann in nächster Zeit zurückgehen wird. Von den von uns bisher getesteten Low-Budget-Resin-Druckern ist der Elegoo Mars am angenehmsten in der Benutzung und am anwenderfreundlichsten. Wir sind guter Dinge, dass Elegoo es nicht vermasselt und diesen Drucker weiter hegt und pflegt.

Anzeige

Elegoo Mars Test Anmerkungen

  • Das irritierende Piepen kann man im Einstellungsmenü des Druckers ausschalten.
  • Unser Drucker wurde ohne FEP-Platten oder Resin geliefert – es muss extra bestellt werden.
  • Nach mehr als ein Dutzend Drucken und Hunderten von Druckstunden mussten wir die Druckplatte nicht ein einziges Mal neu ausrichten.
  • Resin ist fieses Zeug – behandle es umsichtiger als Haushaltschemikalien
Anzeige

Elegoo Mars Test Technische Daten

Image of Elegoo Mars Test: Technische Daten

Hier sind die technischen Daten für den Elegoo Mars:

Allgemeine Daten

  • Technologie: LCD
  • Typ: Resin
  • Jahr: 2017
  • Montage: Vormontiert
  • Hersteller: Elegoo
  • Land: China

3D-Druck-Spezifikationen

  • Bauraum: 120 x 68 x 155 mm
  • Schichtstärke: 10+ Mikron
  • Auflösung: 2560 x 1440 Pixel
  • Druckbett-Ausrichtung: Manuell (unterstützt)
  • Display: 3,5″ Vollfarb-Touchscreen
  • Anschluss: USB
  • Eingebaute Kamera: Nein
  • Material von Drittanbietern: Ja
  • Material: 405-nm-UV-Resin
  • Empfohlener Slicer: ChiTuBox

Abmessungen und Gewicht

  • Gewicht: 6,8 kg
Anzeige

Elegoo Mars Test Wo kann man ihn kaufen?

Findest du diesen Resin-3D-Drucker beein-drucken-d? Folgende Händler bieten den Elegoo Mars an:

Lizenz: Der Text von "Elegoo Mars im Test: Bester Budget-Resin-3D-Drucker 2019" von All3DP unterliegt der Creative Commons Attribution 4.0 International License.

Ich möchte aktuelle Benachrichtigungen von All3DP erhalten

Sie haben Benachrichtigungen von All3DP abboniert

Sie können keine Benachrichtigungen von All3DP erhalten. Mehr Infos… Abbonieren

Sie können keine Benachrichtigungen von All3DP erhalten. Mehr Infos…

Anzeige
Recommended for you
Anzeige
Anzeige
Anzeige