Meshy, Tripo, Rodin und weitere Generatoren sind künftig über eine einzige Plattform erreichbar. Mit dabei sind Tools, die generierte Modelle druckfertig machen.
Egal, wer das Rennen um den besten KI-3D-Modellgenerator gewinnt: Bambu Lab will in jedem Fall davon profitieren. Statt einen eigenen Konkurrenten ins Rennen zu schicken, holt das Unternehmen fünf etablierte Anwärter unter ein Dach: Meshy, Tripo, Hi3D, Rodin und Hunyuan. Die neue MakerWorld-Plattform dafür heißt Aimia.
Dabei mangelt es den führenden KI-Plattformen selbst nicht an Druckfunktionen. Mehrere liefern bereits druckfertige Modelle und bieten eine direkte Anbindung an den Slicer von Bambu Lab. Bei Aimia geht es also weniger darum, eine technologische Lücke zu schließen. Vielmehr soll ein zunehmend umkämpfter Markt für KI-Modellgeneratoren gebündelt werden.
Aimia bietet die Wahl zwischen mehreren Generatoren, dazu Bearbeitungstools, Community-Vorlagen und einen Credit-basierten Zugang zur KI-Generierung. Damit positioniert Bambu Lab MakerWorld als zentrale Anlaufstelle für KI-gestützte 3D-Kreationen. Welche Technologie die Nutzer im Hintergrund bevorzugen, spielt dabei keine Rolle.
Bambu Lab beschreibt Aimia als „All-in-one-Werkstatt für Maker“. Die Plattform soll den gesamten Weg von der ersten Idee bis zum druckbaren Modell vereinfachen. Möglicherweise geht es aber eher darum, das Revier abzustecken. Denn KI-Modellgeneratoren wie Meshy bieten inzwischen selbst Plattformen an, die STL- oder 3MF-Dateien direkt an Ihren Bambu-Studio-Slicer liefern. Diese Dateien sind bereits segmentiert, eingefärbt und für das Druckbett optimiert.
Aimia bietet all das jetzt ebenfalls, und zwar ohne dass Sie MakerWorld verlassen müssen. Ob Aimia sein Versprechen druckfertiger Modelle über alle KI-Generatoren hinweg zuverlässig einlösen kann, bleibt abzuwarten.
Für Nutzer stellt sich daher vielleicht die Frage: Warum Aimia statt zum Beispiel Tripo? Den Unterschied könnten das Credit-System und der Preis machen.
KI-Generierung und Community-Vorlagen lassen sich nur begrenzt kostenlos nutzen. Danach können Nutzer MakerLab Credits kaufen oder MakerWorld Points dafür einlösen. Was die Credits genau kosten und wie groß das Gratiskontingent ausfällt, hat MakerWorld noch nicht verraten. Ziel scheint es aber zu sein, Nutzer von ihren Abos bei anderen Plattformen wegzulocken. Meshy, Tripo und Co. konzentrieren sich überwiegend auf die Erstellung digitaler Assets und nur teilweise auf druckbare Modelle. Ihre Druck-Toolsets wachsen allerdings stetig.
Die Plattform selbst schränkt die kommerzielle Nutzung von Modellen, die mit Aimia erstellt wurden, nicht ein. Die Nutzer bleiben jedoch dafür verantwortlich, die geistigen Eigentumsrechte Dritter zu respektieren.
Der größte Reiz der Plattform könnte in der Kombination liegen. Sie erhalten Zugriff auf mehrere KI-Generierungsmodelle und dazu das, wofür MakerWorld ohnehin bekannt ist: Modelle und die Anpassungstools des MakerLab.
Aimia wird außerdem Community-Vorlagen enthalten, die Sie individuell anpassen können. So erstellen Sie Modelle, ohne bei null anfangen zu müssen. MakerWorld zeigt Beispiele, die von Ablageschalen und Halterungen für Kopfhörer bis hin zu Schuh-Charms und ausfahrbaren Schwertern reichen.
Vorlagen veröffentlichen dürfen zunächst nur eingeladene Creator. Später soll die Funktion schrittweise für alle geöffnet werden. Creator werden belohnt, wenn andere ihre Vorlagen nutzen: Sie erhalten exklusive MakerWorld Points, die sich nach einem Anteil der ausgegebenen Credits richten.
Aimia ist derzeit als „demnächst verfügbar“ gelistet. Interessierte können sich auf eine Warteliste setzen lassen.
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