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RepRap der nächsten Generation

Original Prusa i3 MK3 im Test: Der nahezu perfekte 3D-Drucker

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by Bulent Yusuf
Apr 5, 2018

Wie schlägt sich der Original Prusa i3 MK3 im Test? Wir haben den Nachfolger des Prusa i3 MK2S auf Herz und Nieren geprüft ... und waren begeistert! Lies unseren ausführlichen 3D-Drucker-Testbericht.

Unser Prusa i3 MK3-Test war eine Mammutaufgabe. Warum? Weil wir einfach so viele Aspekte berücksichtigen mussten. Die Herausforderung bestand darin, dass die Ausstattung des Prusa i3 MK3 gegenüber dem Vorgängermodell MK2S stark verändert wurde.

Der Prusa i3 MK3 besitzt sehr viele Innovationen, die noch sehr selten – wenn nicht komplett neu – auf dem 3D-Drucker-Markt sind. Wir betreten hier also fast schon einen unbekannten Planeten in der 3D-Druck-Galaxie.

Um diesem tollen 3D-Drucker gerecht zu werden, haben wir unseren Testbericht in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil findest den Prusa i3 MK3-Test und wir berichten über unsere Druckergebnisse. Im zweiten Teil findest du unsere Erfahrungen bei der Montage des 3D-Drucker-Bausatz. Beide Teile zusammen geben ein vollständiges Bild über die Vor- und Nachteile des Original Prusa i3 MK3.

Dieser Artikel wird auch in Zukunft aktualisiert, für den Fall, dass wir neue wichtige Erkenntnisse zur langfristigen Nutzung des Prusa i3 MK3 gewinnen. Schaut also bei Gelegenheit wieder mal vorbei!

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Original Prusa i3 MK3

Teil Eins: Original Prusa i3 MK3 im Test

Hier ist der wohl ausführlichste 3D-Drucker-Test des Original Prusa i3 MK3, den du finden kannst: mit besonderer Berücksichtigung der Montage, Ausstattung, Design, Software, Filament-Arten und weiteren Details …

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Original Prusa i3 MK3 im Test Vorteile

  • Überarbeiteter, verstärkter Rahmen
  • Crash-Erkennung
  • Power-Panik (Weiterdrucken nach Stromausfall)
  • Hervorragende Bedienungsanleitung
  • Austauschbares magnetisches Druckbett
  • 9-Punkte-Autokalibrierung
  • Mit OctoPrint kompatibel
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Original Prusa i3 MK3 im Test Nachteile

  • Der Filament-Sensor ist fehleranfällig
  • Die Druckbetthaftung macht Probleme
  • Die 3D-gedruckten Druckerelemente sind qualitativ nicht einwandfrei
  • Es gibt sehr viele Updates
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Original Prusa i3 MK3 im Test Das Urteil

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Das austauschbare magetische Druckbett ist dein neues Lieblingsgadget

Das muss die Zukunft von FDM sein! Der Original Prusa i3 MK3 ist ein hochintelligenter Open-Source 3D-Drucker, der Probleme erkennt, bevor sie aufgetreten sind.

Hast du Angst vor einem Stromausfall, oder dass jemand unachtsam an den Drucker stößt? Beides kein Problem für den Prusa i3 MK3, der solche Erschütterungen einfach abtut, als sei nichts passiert.

Weniger aufregend, aber umso praktischer im täglichen Gebrauch ist das austauschbare Druckbett, das durch Magnete festgehalten wird. Und die erweiterte 9-Punkt-Autokalibrierung sorgt dafür, dass sich der Prusa i3 MK3 beim Drucken nie verstellt . Angenehm ist auch, dass einem viele unterschiedliche Slicer-Programme zur Verfügung stehen.

Über den Montage-Prozess lässt sich auch nur Gutes sagen. Die Anleitung ist idiotensicher, wie wir mit unserer erfolgreichen Montage bewiesen haben! Wenn du die Gelegenheit hast, solltest du den Prusa i3 MK3 selber zusammenbauen.

Beschwerden? Schwachstellen? Probleme? Klar lassen sich auch hier welche finden. Es ist unter anderem aufgefallen, dass die Qualität der 3D-gedruckten Druckerkomponenten nicht optimal war (mehr Informationen dazu findest du in unserer Montage-Beschreibung). Dies beeinträchtigt natürlich nicht die Druckqualität, aber wir empfehlen dir doch bei Gelegenheit ein paar Drucker-Ersatzteile zu drucken.

Ein anderes ungelöstes Problem ist der Filament-Sensor des Prusa i3 MK3, der sich von lichtdurchlässigem Filament täuschen lässt. Wie wir schon einmal gesagt haben, leistet dieser 3D-Drucker Pionierarbeit. Deshalb gibt es auch noch laufend Verbesserungen sowie Software- und Hardware-Upgrades.

Zum Abschluss unseres Urteils über den Original Prusa i3 MK3 bleibt festzuhalten, dass die Montage eine echte Freude und lehrreiche Erfahrung war. Dieser 3D-Drucker ist einfach zu benutzen und produziert zuverlässig qualitativ gute Druckteile. Die vielen Innovationen waren nützlich und zeigen, dass Fortschritt in diesem Falle auch Verbesserung bedeutet. Die Umsetzung mag hier und da noch ausbaufähig sein, aber das Gesamtbild wird dadurch nicht getrübt.

Wir könenn den Original Prusa i3 MK3 ohne Einschränkungen empfehlen.

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Original Prusa i3 MK3

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Original Prusa i3 MK3 im Test Die Langfassung

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Eine überzeugende Überarbeitung der RepRap-Hardware

Als Bauplan für Desktop-3D-Drucker reicht das Design des Prusa i3 zurück bis ins Jahr 2012. Josef Prusa trug das Design zum Open-Source RepRap-Projekt bei, schnell wurde es dann von einer größeren Gemeinde angenommen und weiterentwickelt.

Heute gibt es sehr viele 3D-Drucker auf dem Markt, die alle den Namen Prusa i3 tragen. Das ist sehr verwirrend, denn sie werden weder von Josef Prusa unterstützt noch mit seiner Beteiligung gebaut. 3D-Drucker mit diesem Namen adaptieren einfach nur die Baupläne, die gemäß des RepRap-Ethos frei zugänglich sind (also Open-Source-Designs für sich selbst produzierende 3D-Drucker). Viele Prusa i3 Nachbauten geben der RepRap-Community jedoch nichts zurück, da sie selbst nicht lizenzfrei sind.

Im Jahr 2016 veröffentlichte Prusa eine neue und verbesserte Version seines i3, die immer noch Open-Source war. Das war der Original Prusa i3 MK2. Ein extrem erfolgreiches Modell, mit einem konkurrenzlosen Preis-Leistungs-Verhältnis. Bald darauf folgte der Original Prusa i3 MK2S, der weitere Updates und Verbesserungen beinhaltete.

Im Oktober 2017 kündigte Prusa Research dann den Original Prusa i3 MK3 an. Ein Meilenstein, denn er führt die innovativen Ideen von 2012 kompromisslos fort. Die zahlreichen neuen Ausstattungen sollen 3D-Druck noch einfacher und zuverlässiger machen, um damit eine noch größere Gruppe an Gelegenheitsnutzern zu erreichen.

Als Bausatz kostet der Original Prusa i3 MK3 769 €. Fertig montiert und getestet liegt der Verkaufspreis bei ca. 999 €.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Ausstattung und Design

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Der Druckkopf ist mit einem Filamentsensor ausgestattet, einer Sonde zur Auto-Kalibrierung, einem BondTech-Extruder, einem V6-Hotend sowie sehr leisen Noctua-Ventilatoren

Tauchen wir etwas tiefer ein in unsere Analyse des Original Prusa i3 MK3 und betrachten wir nochmal in aller Ruhe seine Ausstattung. Der Hersteller wirbt mit Verbesserungen, die das neue Modell gegenüber seinen Vorgängern hat. Doch dieser 3D-Drucker ist nicht nur ein Upgrade, sondern ein revolutionäres Modell mit vielen innovativen Features.

Während das Vorgängermodell vor allem geschätzt wurde, weil es für einen fairen Preis eine überdurchschnittliche Druckqualität lieferte, setzt der Original Prusa i3 MK3 neue Maßstäbe in Sachen Benutzerfreundlichkeit und besitzt eine Vielzahl an Sicherheits-Features zur Verbesserung des Druckablaufs und zur Vermeidung von Fehlern.

Die wichtigsten Neuheiten auf einen Blick:

  • Filament-Sensor
  • Power-Panik (Weiterdrucken nach Stromausfall)
  • Lüfter mit automatischer Drehzahlmessung und Noctua-Ventilator für die Extruderdüse
  • Thermistor zur Messung und zum Ausgleich der Betriebstemperatur und P.I.N.D.A 2 mit Thermistor
  • EINSY RAMBo Hauptplatine
  • Trinamic2130-Laufwerke mit Detektoren für verschobene Druckschichten, schnelleres und leiseres Drucken
  • Neue Y-Achse
  • Bondtech-Extruder
  • Magnetisches beheiztes Druckbett MK52
  • PEI-pulverbeschichtete Federstahldruckplatte
  • Mit OctoPrint kompatibel

Der Filament-Sensor verwendet einen optischen Encoder, um die Position und Bewegung des Filaments zu überwachen. Dadurch erkennt der Drucker automatisch, wenn das Filament zu Ende geht, und pausiert so lange, bis eine neue Filament-Spule eingesetzt wurde. Der Sensor kann Filamentverstopfungen erkennen und empfiehlt dann eine Reinigung des Druckkopfes mittels „Cold Pull“ (dabei zieht man ein gewöhnliches Filament durch den Druckkopf).

Andere Neuheiten sind die Power-Panik-Funktion, durch die der MK3 einen Druckauftrag nach einem Stromausfall problemlos weiterführen kann, und das EINSY RAMBo Motherboard, das als derzeit fortschrittlichste 3D-Drucker-Platine beworben wird. Aber wie fortschrittlich ist sie wirklich? Die EINSY RAMBo Hauptplatine kann beispielsweise den kontinuierlichen Stromfluss überwachen und kaputte Sicherungen erkennen. Zudem sind die Laufwerke von Trinamic super schnell, leise und intelligent – sie erkennen jede Druckschichtverschiebung und korrigieren sie.

Der Original Prusa i3 MK3 hat eine überarbeitete Y-Achse zur Verbesserung der Rahmenstabilität und 10 mm mehr Bauvolumen auf der Z-Höhe. Und es gibt einen verbesserten Bondtech-Extruder, der Filament von zwei Seiten anzieht, um so die Schubkraft des Filaments zu erhöhen und weiche, flexible Filamente besser zu extrudieren.

Das absolute Highlight des MK3 ist aber das magnetische MK52-Druckbett, auf das du PEI-beschichtete Federstahlplatten aufsetzen kannst. Nach Abschluss eines Druckprojekts und Abkühlen der Druckplatte lassen sich Druckteile ganz einfach durch Biegen der Platte lösen.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Einrichtung

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Der Druckkopf in Nahaufnahme

Egal ob du den Original Prusa i3 MK3 als Bausatz oder fertig montiert gekauft hast, das kompakte 3D-Handbuch ist unverzichtbar für deinen neuen 3D-Drucker. Darin stehen alle Informationen zum Setup, zur Kalibrierung, zu den Druckermaterialien und anderen häufig gestellten Fragen (FAQ).

Der Installationsassistent und die Kalibrierungs-Schritte werden noch in der Montage-Zusammenfassung beschrieben. Doch für die erweiterten Einstellungen wollen wir erst einmal einen Blick auf die drei großen Neuheiten des Prusa i3 MK3 werfen: Power-Panik, Crash-Erkennung und den Filament-Sensor.

Diese Schritte bei einem ganz normalen 3D-Drucker auszuprobieren, könnte riskant und sogar gefährlich sein. Wir raten deshalb davon ab, die folgenden Schritte bei irgendeinem anderen 3D-Drucker als dem Prusa i3 MK3 durchzuführen.

Um die Power-Panik-Funktion zu testen, haben wir den 3D-Drucker an einen gewöhnlichen Mehrfachstecker mit Schalter angeschlossen. Dann begannen wir mit dem Druck des Buddy-Modells, dem Hund von J. Prusa. Nach ungefähr 20 Minuten schalteten wir den Strom am Mehrfachstecker ab und warteten für circa 30 Sekunden bevor wir ihn wieder einschalteten.

Und tatsächlich erkannte der Prusa i3 MK3 sofort, dass es ein Stromausfall gab und führte den Druck dort fort, wo er unterbrochen wurde. Eindrucksvoll!

Anschließend testeten wir die Funktion Crash-Erkennung, wofür verschiedene All3DP-Mitarbeiter dazu ermutigt wurden, mit ihren Händen an den Druckkopf zu fassen, ihn anzustupsen und daran etwas zu ziehen.

Bei mehreren Versuchen, bei denen wir natürlich nicht zu viel Kraft angewandt haben, erkannte der Druckkopf die Erschütterung und bewegte sich sofort in eine sichere und entfernte Ecke des Druckbetts. Kurze Zeit später machte der Druckkopf dort weiter, wo er aufgehört hatte. Auch das ist echt beeindruckend!

Zu guter Letzt wartete aber noch eine weitere Schikane auf Buddy. Wir schnitten das Filament an der Spule ab und warteten, wie der Filament-Sensor reagieren würde. Er machte seinen Job sehr gut. Ohne Verzögerung hielt der Prusa i3 MK3 an und verkündete mit einem Piep-Ton und einer Benachrichtigung auf der LCD-Anzeige, dass das Filament ausgetauscht werden muss.

Einige Testberichte kamen zu dem Ergebnis, dass der Filament-Sensor sich leicht von hellem Licht täuschen lässt oder aktiviert wird, wenn man mit durchsichtigem Filament druckt. Wir konnten das Problem mit einer hellen Lampe nicht reproduzieren, allerdings lernten wir auch das Problem mit durchsichtigem Filament kennen. Um ständige Falschmeldungen des Filament-Sensors beim Prusa i3 MK3 zu vermeiden, solltest du ihn besser ausschalten, wenn du mit durchsichtigem Filament drucken willst.

Armer Buddy! Nach all den Strapazen sah das Endprodukt nicht mehr ganz so gut aus. Oder zumindest ist es kein optimaler Druck geworden, auch wenn der Prusa i3 MK3 den Druckauftrag ordentlich zu Ende gebracht hat und ganz klar ein Hund zu erkennen war.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Einfache Objekte drucken

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Nahaufnahme des gedruckten Messbechers

Während der Montage des Prusa i3 MK3 haben wir eine ganze Reihe von Modellen gedruckt, die auf der mitgelieferten SD-Karte waren. Zu diesen Modellen gehörten sowohl schnelle, einfache Modelle als auch große und komplexere Objekte.

Sie sind alle sehr gut gelungen, wie du auf den Bildern im Abschnitt „Montage“ unseres Original Prusa i3 MK3 Testberichts sehen kannst. Doch da sie schon vorgeladen und auf den Drucker abgestimmt waren, müssen wir sie für unsere Einschätzung der Druckqualität außen vor lassen.

Wir finden, dass es ehrlicher ist, unsere eigenen Objekte für den Druck zu slicen und daran die Fähigkeiten des Prusa i3 MK3 zu messen. Wir möchten jedoch betonen, dass wir das Filament nicht ausgewechselt haben und mit dem mitgelieferten Standard-PLA-Filament druckten.

Zur Definition „einfacher“ Druckobjekte muss erklärt werden, dass wir darunter einteilige Objekte verstehen, die keine besondere Präzision erfordern. Ausgewählt haben wir den Messwürfel V3, den HODOR Türstopper und die chromatische Vase.

Für alle Drucke wählten wir 150 Mikrometer Layerhöhe bei 20 % Füllung für den Würfel und den Türstopper. Die Druckqualität aller drei Objekte war exzellent und der Betrieb des Prusa i3 MK3 erschien uns ruhig und reibungslos.

Die Details des Würfels gelangen hervorragend, alle Markierungen und metrischen Einheiten waren scharf und leserlich. Wir können dieses 3D-Druckobjekt zwar leider nicht als Küchenhilfe verwenden, weil dagegen die Lebensmittelsicherheit spricht (kleine Mikroben können sich zwischen den Druckschichten ablagern), aber es ist ein perfektes Konzeptmodell.

Für den Türstopper haben wir dagegen nur Lob übrig und möchten hervorheben, dass die Füllung sehr gut gelungen ist – sie sorgt für Stabilität und Haltbarkeit, ohne das Objekt übermäßig schwer zu machen. Das letzte Druckobjekt, die Vase, litt etwas an dem Symptom „Elefantenfuß“, doch das lässt sich auf unsere Kalibrierung der ersten Lage zurückführen, die etwas zu nah am Prusa i3 MK3 Druckbett war.

Original Prusa i3 MK3 Test

Die Vase ist, davon abgesehen, unser eindrucksvollstes Objekt geworden, ein Kunstwerk, das gleichzeitig rund und eckig ist. Abgesehen von dem kleinen Fehler bei der ersten Lage ist das Resultat makellos. Original Prusa i3 MK3 Test: Die chromatische Vase in voller Pracht

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Original Prusa i3 MK3 im Test Komplexe Objekte drucken

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die Schraubzwinge ist ein präzises und überzeugendes Design

Als es darum ging, etwas kompliziertere Sachen zu drucken, suchten wir uns mehrteilige Druckobjekte heraus, die eine anschließende Montage erforderten. Dadurch konnten wir zum einen Passgenauigkeit und Verarbeitung von Einzelkomponenten testen, vor allem aber die Einhaltung der Dimension.

Wir wählten schlussendlich diese Schraubzwinge aus. Das ist ein 3D-Druckmodell einer Schraubzwinge, welche gewöhnlich beim Schnitzen und Schreinern verwendet wird. Für uns sollte es natürlich mehr ein Konzeptmodell sein anstatt ein funktionales Werkzeug. Das Design war wirklich perfekt für uns, mit 16 Teilen unterschiedlicher Größe wirkte es sehr elegant.

Im ersten Versuch wollten wir alle Druckteile auf einmal auf dem Prusa i3 MK3 verteilen, was sich als nicht sehr erfolgreiche Strategie erwies. Der Druckauftrag erforderte zu viel Zeit und die Gefahr eines Druckfehlers war sehr groß bei so vielen unterschiedlichen Druckelementen.

Also entschieden wir uns für den Druck von lediglich zwei Elementen gleichzeitig und nahmen uns mehrere Tage Zeit dafür. Unsere Druckeinstellungen waren 150 Mikrometer Layerhöhe und 20 % Füllung, nachdem alles fertig gedruckt war, bauten wir die Teile zusammen.

Voilà, das Werkzeug funktionierte genau so, wie es der Designer geplant hatte. Die Einzelteile fügten sich reibungslos ineinander. Und auch wenn es ein sehr spezielles Werkzeug mit wenig Anwendungsmöglichkeiten ist, machten wir uns Gedanken darüber, wie sich dieses Werkzeug durch die Verwendung unterschiedlich harter Filamente noch verbessern ließe – vielleicht drucken wir es nochmal irgendwann?

Original Prusa i3 MK3 Test

Dann haben wir noch eine Hülle mit Ventilator für den Raspberry Pi 3 gedruckt. Dabei handelt es sich um einen relativ einfachen Druckauftrag mit zwei separaten Teilen, der jedoch große Präzision erfordert, damit sich der Raspberry Pi passgenau einfügt und der Ventilator mit Schrauben gut gehalten wird. Umso glücklicher waren wir, dass der Prusa i3 MK3 alles zu unserer Zufriedenheit herstellte. Original Prusa i3 MK3 Test: Druck einer Raspberry Pi 3 Hülle mit PETG- (Schwarz) und PLA-Filamenten (Grau and Blau)

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Original Prusa i3 MK3 im Test Software

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die Benutzeroberfläche von PrusaControl ist funktional und einfach zu benutzen

Kommen wir zur Software, denn kein Original Prusa i3 MK3 Testbericht wäre vollständig ohne ein paar Worte zur Software.

Verkürzt lässt sich sagen, dass Prusa-Nutzer eine große Auswahl an Slicing-Programmen haben.

Die erste und einfachste Option heißt PrusaControl. Sie besitzt eine weitestgehend reduzierte Benutzeroberfläche, auf der du dein Modell platzieren kannst. Dann wählst du ein Filament aus, kannst Größe und Ausrichtung skalieren, Layerhöhe und Füllung einstellen und ganz einfach den G-Code generieren.

Dieses Programm ist eine sehr gute und effiziente Lösung und wir haben die meisten unserer Druckobjekte für unseren Prusa i3 MK3 Testbericht damit geslict. Das einzige Manko ist, dass die Funktionen nicht für anspruchsvollere Konfigurationen ausreichen. In diesem Fall musst du ein anderes Programm verwenden.

Bei der chromatischen Vase haben wir beispielsweise vergeblich nach dem speziellen „Vasen-Modus“ gesucht, den viele Slicer-Programme besitzen. Ohne diese Funktion erhältst du ein massives Objekt, das mit Sicherheit nicht für Blumen geeignet ist. Insofern ist es seltsam, dass diese Funktion in PrusaControl fehlt.

Wir haben deshalb ein anderes, komplexeres Programm verwendet: Prusa3D Slic3r MK3. Diese Open-Source Slicer-Software besaß mehr als genug Vasen-Konfigurationen. Um genau zu sein besitzt es über Hundert spezielle Druckmodi, auf die du zurückgreifen kannst; durchaus anspruchsvoll also für Anfänger. Im Prinzip hat es genau die gleichen Funktionen wie PrusaControl, nur eben keine Stützräder für Anfänger.

Original Prusa i3 MK3 Test

Als Drittes haben wir die Druckqualität des Prusa i3 MK3 mit der kostenpfichtigen Slicer-Software Simplify3D getestet. Diese funktionierte auch recht gut, hatte bereits das nötige Druckerprofil installiert und eignete sich insbesondere für das Hinzufügen individueller Stützmaterialien. Original Prusa i3 MK3 Test: Eine Raspberry Pi 3 Hülle mit Simplify3D slicen

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Original Prusa i3 MK3 im Test Filamente

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Wähle aus einer Liste von vorinstallierten Filamenten aus, um optimale Druckergebnisse zu erzielen

Wie eingangs erwähnt haben wir hauptsächlich das graue PLA-Filament verwendet, welches mit dem Original Prusa i3 MK3 als 1 kg Rolle geliefert wurde. Da kein Label auf der Spule stand, wissen wir nicht, von welchem Hersteller das Filament stammt.

Doch da wir sehr viel gedruckt haben, ist uns dieses Filament schnell ausgegangen. Im nächsten Schritt unseres 3D-Drucker-Tests haben wir daher ein blaues PLA-Filament, „Translucent Blue“ (durchscheinendes Blau), und ein schwarzes PETG-Filament, „Black“, von MatterHackers Build verwendet. Diese Filamente gab es noch nicht im Menü von PrusaControl, weshalb wir die jeweiligen Standardeinstellungen ausgewählt haben und einfach hofften, dass das Ergebnis gut werden würde.

Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend und wichen in der Qualität nicht von den Drucken mit dem mitgelieferten PLA ab. Wir haben die Raspberry-Pi-3-Hülle mit Ventilator mehrmals gedruckt und dabei jeweils beide Filamente verwendet.

Das Ergebnis: Erstens, wie schon erwähnt, kann es bei durchsichtigem Filament am Ende der Spule trotz Filament-Sensor zu Komplikationen kommen. Uns ist das zweimal bei einem Druckauftrag passiert, dass der Sensor falschen Alarm gegeben hat. Daher haben wir bei diesen Drucken auf den Filament-Sensor verzichtet.

Eine andere Schwäche war, dass die Autokalibrierung der ersten Druckschicht für PLA-Filament ausgelegt ist. Wenn du PET oder ABS verwenden willst, ist die Temperatur des Hotends nicht hoch genug für eine reibungslose Extrusion.

Auch die Druckbett-Haftung der ersten Druckschichten kann manchmal Probleme bereiten. Uns kam es nämlich so vor, als ob die Haftung auf dem abnehmbaren PEI-beschichteten Druckbett reine Glückssache sei. Wenn du das Druckbett und das Hotend aber gut vorheizt, solltest du dieses Problem aber in den Griff bekommen.

Nutzer, die noch keine Profis sind, sollten sich so weit wie möglich an die Voreinstellungen und Materialien halten, die von der Slicer-Software PrusaControl unterstützt werden und mit denen man die besten Druckergebnisse erzielen kann. Zu ihnen gehört eine ganze Menge an Filamenten von hervorragenden Herstellern wie ColorFabb, Filamentum und E3D.

Andererseits sollten das E3D V6 Hotend und der BondTech Extruder theoretisch jedes Material verarbeiten können. Tob dich also aus!

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MatterHackers Build PLA

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MatterHackers Build PETG

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Original Prusa i3 MK3 im Test Modifizierbarkeit & Erweiterungen

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die EINSY RAMBo Hauptplatine besitzt Platz für einen Raspberry Pi Zero W, damit du den Drucker auf OctoPrint upgraden kannst

Kaum auf dem Markt und schon hat Prusa Research einen ausgetüftelten Plan vorgestellt, wie sich der Prusa i3 MK3 verbessern und erweitern lässt.

Interessant für Einsteiger ist dabei natürlich zunächst das EINSY RAMBo Motherboard, welches einen speziellen Eingang für den Raspberry Pi Zero W hat. Dadurch ist es einfach, den Prusa i3 MK3 mit der OctoPrint-Funktion auszustatten.

Richtung Profibereich bewegen wir uns, wenn wir ein Multi-Material-Extrusion-Upgrade ins Auge fassen, mit dem du bis zu vier Filamente durch einen Druckkopf extrudieren kannst. Josef Prusa arbeitet an diesem Konzept seit dem MK2, doch der Prusa i3 MK3 scheint die bisher beste Hardware für diese Technologie zu bieten.

Die Zeiten, in denen man dachte, dass 3D-Drucken mit mehr als einem Filament reine Ästhetik ist, sollten vorbei sein. Denn das Drucken mit bspw. einem löslichen Stützmaterial ermöglicht die Herstellung von Objekten mit viel komplexeren Geometrien.

Prusa Research sind häufig die ersten, die für ihre eigenen Produkte immer neue Verbesserungsvorschläge parat haben. Das gilt auch für den Prusa i3 MK3. Die Firma ist extrem schnell im Bereich iterierende Prozesse, also der schrittweisen Verbesserung von Hardware und Software: oft kommen die Updates schnell hintereinander und mit entscheidenden Verbesserungen.

Das liegt daran, dass das Team Prusa selbst sein bester Kunde ist. Sie investieren viel in ihr gigantisches Druckerarsenal, wo ständig Komponenten perfektioniert und Optimierungsmöglichkeiten gefunden werden.

Es ist also sehr zu empfehlen, Firmware-Updates sofort durchzuführen. Wenn du an der Hardware (zum Beispiel dem Gehäuse für die Kabel und das Druckbett) etwas verändern möchtest, steht du vor einer Gewissensfrage: willst du all die Arbeit auf dich nehmen, um dir den 3D-Drucker noch etwas zu personalisieren oder gibst du dich zufrieden mit dem aktuellen Stand des Prusa i3 MK3?

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Original Prusa i3 MK3 im Test Fazit

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Der singende Drache Adalinda singt noch immer ...

Die Versuchung ist groß, dem Original Prusa i3 MK3 eine perfekte Benotung mit 10/10 Punkten zu geben. Es ist einfach der beste 3D-Drucker(-Bausatz), den es zu kaufen gibt. Er ist schnell, leise und macht richtig Spaß.

Die technologische Ausstattung sticht viele 3D-Drucker aus, die dreimal so teuer sind. Funktionen wie die Crash-Erkennung und Power-Panik sind geniale Ideen, die alle 3D-Drucker haben sollten. Und seit wir das abnehmbare magnetische Druckbett kennen, wollen wir darauf nie wieder verzichten.

Aber wir müssen auch objektiv sein in unserem 3D-Drucker-Test des Original Prusa i3 MK3 und wir haben das ein oder andere kleine Problem gefunden, das in unsere Gesamtnote einfließen muss. Der Filament-Sensor ließ sich von durchsichtigem Filament täuschen, was unsere anfängliche Euphorie über dieses Feature etwas dämpfte.

Natürlich ist das nur ein optionales Extra und beeinträchtigt nicht die Druckqualität, doch solange das Problem mit transluszentem Filament nicht behoben ist (was es sicher wird), können wir dieses Zubehörteil nicht wirklich empfehlen.

Gibt es schon eine echte Alternative zu dem Original Prusa i3 MK3? Um ehrlich zu sein, ist es aussichtslos, im gleichen Preissegment und mit der gleichen Ausstattung etwas Ähnliches zu finden. Wenn du einen bezahlbaren 3D-Drucker suchst, der über eine tolle Ausstattung verfügt und Marktführer im Bereich Schmelzschichtung (FDM/FFF) ist, dann ist der Original Prusa i3 MK3 sicherlich die Crème de la Crème.

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Original Prusa i3 MK3

Teil Zwei: Original Prusa i3 MK3 Montage-Bericht

Wir hatten das Vergnügen, den Original Prusa i3 MK3 auszupacken und zusammenzubauen.

Wir möchten unsere Montage-Erfahrungen mit euch teilen und den neuen Drucker mit dem Vorgängermodell MK2S vergleichen.

Wir haben jeden Montage-Schritt für euch dokumentiert, auch wenn die Beleuchtung und Fotoqualität nicht immer Studiobedingungen entspricht. Das Wesentliche sollte trotzdem gut erkennbar sein und darum geht es ja schließlich.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Unboxing

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Fangen war ganz von vorne an

Wir bitten um Entschuldigung für unseren chaotischen Schreibtisch. Wer einen 3D-Drucker-Bausatz zusammenbauen will, muss sich erstmal einen Überblick verschaffen. Zum Glück sind alle Komponenten klar gekennzeichnet und mit dem Logo von Prusa Research versehen.

Nach Öffnen der Verpackungen stellen wir fest, dass auch die Einzelteile klar gekennzeichnet sind. Einige haben sogar QR-Codes, Seriennummern oder ID-Stempel, die für Originalität bürgen und das Nachbestellen einfach machen.

Der Bausatz zeugt von der Professionalität und Expertise bei Prusa Research, was aber auch etwas demütigend ist. Womit sollen wir anfangen? Was gehört wohin? Können wir uns zurücklehnen und ein kleines bisschen mit der Luftpolsterfolie spielen? Plopp.

Keine Bange, bevor du dir diese Fragen stellst, hast du schon zwei wichtige Bausatzteile in der Hand. Einmal eine Packung Haribo, und darüber hinaus eine Notiz, die dir zum Kauf des MK3 gratuliert und Anweisungen darüber gibt, wo du die Bedienungsanleitung findest.

Der Bausatz enthält alle notwendigen Werkzeuge für die Montage: Eine Nadelzange, ein Set Inbusschlüssel, zwei Schraubenzieher und ein großes Paket Kabelbinder (von denen du eine Menge benötigen wirst!).

Die Bedienungsanleitung und die Werkzeuge sind alles, was du brauchst. Für die Montage des Original Prusa i3 MK3 empfehlen wir noch eine Pinzette und – bitte nicht lachen – ein kleines Handtuch zum Trockenhalten der Hände. Denn ihr werdet garantiert ins Schwitzen geraten.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage der Y-Achse

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Montage der Y-Achse in der Nahaufnahme

Der erste Schritt bei der Montage ist der Rahmen der Y-Achse, wobei sich uns eine deutliche Verbesserung gegenüber dem MK2 zeigte. Die Basis besteht nicht mehr aus Gewindestangen, sondern aus glatten Aluminiumstangen und Aluminiumplatten.

Das ist ein großer Fortschritt in Sachen Rahmenstabilität und ermöglicht 10 mm mehr Druckraum auf der Z-Achse.

Wegen dieser Designveränderung gibt es ein neues Set an 3D-druckbaren Bauteilen, mit denen man sein älteres Prusa-Modell aufrüsten kann. Auf die Stopper-Schalter an den Achsen wurde dagegen komplett verzichtet. Sie sind dank der Trinamic2130-Laufwerke und dem EINSY RAMBo Motherboard nicht mehr nötig für die X/Y-Achseneinstellung. Insbesondere für die Vereinfachung der Montage ist das sehr praktisch.

Am Ende dieses Montageprozesses stellten wir mit Überraschung fest, dass noch viele Muttern übrig waren. Auch andere Nutzer haben das bemerkt, wie anhand von Kommentaren in der Online-Bedienungsanleitung deutlich wird. Das ist aber keine Fehlplanung, sondern Vorsorge und als Reserve gedacht.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage der X-Achse

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Aufnahme der X-Achse

Der zweite Montageschritt des Original Prusa i3 MK3 ist zwar der einfachste, erfordert jedoch trotzdem etwas Feingefühl.

Für das Zusammenbauen der X-Achse braucht man zwei Stangen, sieben Linearlager und einen X-Achsen-Motor. Zusammengehalten wird alles durch 3D-gedruckte Bauteile, Muttern, Schrauben und jede Menge Kabelbinder.

Absolute Vorsicht ist bei den Stäben und den Linearlagern geboten. Sie sind Präzisionsteile und jede kleine Beschädigung kann die Qualität des 3D-Druckers beeinträchtigen. Beim Vergleich des Baufortschritts an dieser Stelle mit dem Aufbau des MK2S lassen sich keine großen Unterschiede feststellen. Der einzige wesentliche Unterschied bisher ist die X-Halterung selbst, welche neu designt wurde, um die neuen Komponenten des MK3 zu tragen.

An diesem Punkt müssen wir leider über Qualitätskontrolle der 3D-gedruckten Bauteile sprechen. Während die Oberfläche der neuen Teile eine schöne Textur aufweist (wir nehmen an sie wurden umgedreht gedruckt), haben wir ein paar kleine Makel bei der Gleichmäßigkeit der Dicke und anderen Kleinigkeiten gefunden.

Da die Herstellung mittels Schmelzschichtung (FDM) erfolgte, gehen wir davon aus, dass das Problem nicht an der mangelnden Lagenhaftung lag, sondern an Überbrückungsstellen (also Stellen, wo der Drucker eine Brücke ohne Stützmaterial drucken musste).

Dies ist zwar kein Problem, was die Druckqualität groß beeinflusst, aber es ist schon notwendig, alle Teile auf Passgenauigkeit zu kontrollieren.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage der Z-Achse

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Aufnahme während der Z-Achsen-Montage

Das ist der Punkt, an dem wir mit der Montage der Z-Achse beginnen und unsere Bastelei langsam wie ein Desktop-3D-Drucker aussieht.

Die Aufgabe besteht nun darin, die X-Achse von der vorigen Bauphase auf die Z-Achse zu montieren. Dafür müssen die X-Achsen-Motoren auf den beiden Rahmenseiten angebracht werden. Anschließend montiert man die Stäbe und Linearlager und zuletzt die X-Achsen-Schienen obendrauf.

Dies muss mit großer Sorgfalt durchgeführt werden. Die Gewinde des Metallrahmens sind sehr steif und erfordern eine ruhige Hand, um die Stäbe einzufügen.

Stets im Blick sollte man auch die X-Achsen-Schienen haben. Sie müssen absolut im Lot sein ohne zu viel Kraft auf die 3D-gedruckten Bauteil auszuüben. Sorgfalt und Präzision sind also in jedem Augenblick erforderlich, damit nichts beschädigt wird.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage der E-Achse

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: In diesem Druckkopf steckt ganz schön was drin!

Die vierte Bauphase ist mit insgesamt 48 Schritten in der Bedienungsanleitung die aufwendigste. Leider stellten wir fest, dass ein Großteil der Erklärungen auf die weniger schwierigen Montageschritte fiel.

Falls Kabelorganisation zu deinen Lieblingsbeschäftigungen zählt, ist das hier übrigens ein Lottogewinn für dich. Die Erklärungen für die Kabelführung sind sehr exakt.

Die Montage der E-Achse war unser Lieblingsschritt bei der Montage des Original Prusa i3 MK3. Hier kommt alles zusammen und das Design-Genie von Jo Prusa und seinem Team offenbart sich. Viele einzelne Dinge fügen sich nun zu einem harmonischen Ganzen.

Beim Vergleich mit dem MK2S wird hier deutlich, wie viel eleganter und ausgeklügelter das neue Modell ist. Es gibt Platz für einen Bondtech Extruder, ein E3D V6 Hotend und die PINDA Sonde, doch auch noch für einen Filamentsensor und leisere Ventilatoren.

Wie schon gesagt ist das hier noch nicht unser Original Prusa i3 MK3 Testbericht. Wir können also noch nicht sagen, wie gut der neue Filamentsensor und die neuen Ventilatoren funktionieren, doch die Ingenieurskunst ist echt herausragend.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage des LCD-Bedienfelds

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die RepRap-Druckteile sind nicht immer 100 % überzeugend gewesen

Nach dem Kampf mit der E-Achsen-Montage kommen wir nun zu einem einfacheren Teil.

Das LCD-Bedienfeld ist identisch mit dem des MK2S. Setze einfach das Schaltboard und die LCD-Anzeige in ein Plastikgehäuse ein, füge einen Bedienknopf hinzu und fertig.

Leider hatten wir hier aber schon zum zweiten Mal während der Montage das Gefühl, dass die 3D-gedruckten Bauteile qualitativ nicht hochwertig genug sind.

Wie zuvor lag das Problem wohl darin, dass die Steuerungseinheit umgedreht gedruckt wurde, mit einer wunderbaren Textur auf der Oberfläche, aber Problemen bei den Überbrückungsstellen. Das eingekerbte „Original Prusa“ Logo wirkte ungenau. Und wenn man dieses Bauteil gegen das Licht hält, sieht man die unterschiedlich dicken Stellen.

Eine Lösung hierfür wäre sicher, das Bauteil einfach nochmal auszudrucken, jedoch dicker und bei langsamerer Geschwindigkeit. Möglich wäre aber auch die Verwendung des Gehäuses vom MK2S. Die einfachste Lösung!

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Original Prusa i3 MK3 im Test Beheiztes Druckbett und Netzteil-Montage

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Was unter dem Druckbett schlummert ...

Die wichtigsten Vorraussetzungen für die Montage eines 3D-Drucker-Bausatzes sind Geduld und Humor (und natürlich Gummibärchen). Dann kann man dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen und es macht richtig Spaß. Vorrausgesetzt, man hält irgendwann den fertig aufgebauten Drucker in Händen!

Unter dem beheizten Druckbett des Original Prusa i3 MK3 verstecken sich zahlreiche Magnete. Diese Magnete sind sehr stark, damit sie das entnehmbare Metalldruckbett sicher festhalten. An diesem Punkt fanden wir ein Überraschungsei, das sich folgendermaßen las: „STRONG MAGNETIC FIELD. NO PACEMAKERS, METALLIC IMPLANTS OR NEUROSTIMULATORS.“ (Starkes magnetisches Feld, keine Herzschrittmacher, Metallimplantate oder Neurostimulatoren!).

Wir haben diese Warnung ernst genommen und möchten hinzufügen, dass es ebenfalls nicht ratsam ist eine Armbanduhr während der Montage zu tragen. Wirklich ein großer Fehler!

Der Rest dieses Schrittes ist leicht und einfach; befestige einfach das beheizte Druckbett und die Stromzufuhr am Rahmen. Ein paar Kenntnisse bezüglich Kabelorganisation sind hier notwendig, aber wir können von keinen Komplikationen berichten.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Montage der Elektronik

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die Organisation der Kabel ist ganz schön mühsam

Puh! Diese Stufe ist der zweitkomplizierteste Schritt nach der E-Achsen-Montage. Alles in allem kann eine Herzoperation auch nicht viel schwieriger sein als die Einstellung der Elektronik und die Organisation aller Kabel beim MK3. Wenn alles richtig läuft, ist das Aufbauen aber sicherlich weniger blutig.

Zunächst müssen die Kabel mit den Kabelbindern in die richtige Position gebracht werden, zum Glück gibt es dafür aber genaue Anweisungen.

Danach haben wir die Enden der Kabel mit dem Schaltboard verbunden, und zwar ohne die Kabel zu verdrehen oder in die falschen Eingänge zu stecken. Besonders wichtig sind die Kabel des Netzteils und des beheizten Druckbetts.

Dafür sind eine ruhige Hand und eine rigorose Befolgung der Bedienungseinleitung gefragt. Vielleicht solltest du an dieser Stelle nochmal deinen Koffein-Spiegel prüfen und gegebenenfalls nachfüllen.

Hauptunterschiede zum MK2S sind, dass die RAMBo-Abdeckung etwas überarbeitet wurde, um noch mehr Ventilatoren verbauen zu können.

Und natürlich das RAMBo-Board selbst, welches brandneu ist. Es gibt eigentlich zwei Arten des Schaltboards. Die Hauptplatine hat noch eine kleine Schwesterplatine, an die neue Anschlüsse vom LCD-Bedienfeld angebracht werden können.

Doch als wir endlich fertig waren, fiel es gar nicht mehr so leicht, die Klappe zu schließen, so viele Kabel gab es. Und dann soll ja auch noch Platz für einen Raspberry Pi Zero W sein, für OctoPrint und WLAN-Verbindung … Wir sind uns echt nicht sicher, wie der da noch reinpassen soll – egal wie klein er ist.

Hiermit aber ist die Montage des Original Prusa i3 MK3 abgeschlossen. Kalibrierung und Testdrucke folgen sofort.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Kalibrierung

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Die Bedienungsanleitung ist ausgezeichnet

Noch einmal Zähne zusammenbeißen, denn obwohl es mit Sicherheit schon eine Leistung ist, einen 3D-Drucker zusammenzubauen, so zeigt sich erst bei der Kalibrierung und den Testdrucken, ob alles auch richtig montiert wurde. Und falls du feststellst, dass etwas nicht stimmt, beginnt die schwierige Suche nach der Ursache und Fehlerbehebung.

Zunächst ist die Überprüfung noch eine Trockenübung. Bevor du den Original Prusa i3 MK3 mit Strom fütterst, musst du die PINDA-Sonde auf die richtige Höhe (im Vergleich zum Hotend) bringen. Dieser Teil ist kompliziert, da du das Hotend manuell auf der Z-Achse und X-Achse einstellen musst. Und du musst Acht geben, dass das Hotend keine tiefe Furche in das Druckbett kratzt.

Als nächstes verbindest du den Original Prusa i3 MK3 mit der Stromversorgung und überprüfst, ob du schon die aktuelle Firmware installiert hast. Falls nicht, musst du die neueste Version von Prusa Research herunterladen und installieren.

Windows und MacOS Nutzer sollten keine Schwierigkeiten damit haben, doch Linux-Nutzer müssen ein paar Umwege gehen. Da es sich bei allen Prusa-3D-Druckern um Open-Source Hardware handelt, überrascht uns das ein bisschen. Wir hätten einen besseren Open-Source-Software-Support erwartet. Aber Linux-Nutzer finden nach etwas Suche trotzdem schnell die benötigten Updates.

Schließlich kannst du den Installationsassistenten vom LCD-Bedienfeld aus starten. Hierbei führt der MK3 ein paar Selbsttests durch und kalibriert sich auf den XYZ-Achsen. Nachdem das abgeschlossen ist, wirst du aufgefordert, das mitgelieferte Filament einzusetzen und ein paar Tests durchzuführen.

Alles in allem geht das sehr reibungslos. Wenn du der Bedienungsanleitung genau gefolgt bist UND keinen katastrophalen Fehler mit den Elektro-Komponenten gemacht hast, sollte nun alles bereit sein.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Testdrucke

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Mit dem 3D-Benchy beginnt das fröhliche Testdrucken

Jetzt bist du also bereit zum Drucken. Die mitgelieferte SD-Card ist schon vollgepackt mit Testmodellen für den MK3, sie sind vorbearbeitet und du musst nur noch auswählen, welche du ausprobierst.

Wir haben uns für den Anfang für drei kleine und einfache Modelle entschieden. Wir wollen vorerst ja nur sicherstellen, dass der 3D-Drucker läuft. Feinabstimmungen von unseren eigenen Modellen mit der PrusaControl-Slicer-Software wird dann noch folgen.

Was also haben wir gedruckt? Zuerst eine einfache Marke mit Prusa-Logo. Anschließend das oben abgebildete 3DBenchy. Und als Drittes dann ein kleines, aber niedliches Modell von Buddy, dem Hund von Josef Prusa.

Den Original Prusa i3 MK3 bei der Arbeit zuzusehen, ist ein pures Vergnügen. Und schon bei den Testdrucken wird einiges deutlich: Erstens, dass der MK3 sehr, sehr schnell ist, zweitens, dass er sehr leise druckt und drittens, dass es kinderleicht ist, Druckobjekte von der biegsamen Druckplatte zu lösen.

Das 3DBenchy war noch nicht perfekt, am Bug gab es etwas Materialverzug. Und der kleine Buddy litt noch an Druckschichtverschiebung. Wir vermuten, dass Letzteres auf den aktivierten „STEALTH“-Modus zurückzuführen ist. Er sorgt für einen fast lautlosen Druckvorgang, deaktiviert aber gleichzeitig die Druckschichtverschiebungs-Erkennung im Trinamic-Laufwerk.

Doch wie schon gesagt, ist das ein Thema, auf das wir in unserem ausführlicheren Original Prusa i3 MK3 Testbericht zu sprechen kommen möchten. Wichtig ist erstmal nur, dass der 3D-Drucker läuft. High-Fives für alle, die hier angekommen sind!

Original Prusa i3 MK3 Review
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Original Prusa i3 MK3 im Test Weitere Testdrucke

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Verbeugt euch vor der Büste der Nofretete

Ha! Wetten, dass du nicht mit noch mehr Testdruckberichten gerechnet hast. Wir eigentlich auch nicht, aber ein paar Firmware- und Treiber-Updates von Prusa Research verpflichtet uns dazu nochmal nachzutesten.

Wir entschieden uns etwas anspruchsvoller zu sein dieses Mal und größere und detailreichere Modelle zu drucken.

Vorgeladen auf der SD-Card war die Nofretete-Büste (ein 3D-Scan der Originalbüste, der auf dubiose Weise erworben wurde), ein wunderschöner singender Drache namens Adalinda, und ein „Disneyland“-Märchenschloss.

Es ist absolut beachtenswert, wie gut die Qualität dieser schwierigen Modelle war. Die Updates trugen sicher auch dazu bei, dass die Drucke schnell, sauber und leise abliefen.

Zu erwähnen ist auch die Füllung mit dreidimensionalen Dreiecken, welche Haltbarkeit verspricht und sehr materialsparend ist. Es war absolut hypnotischbei der Entstehung zuzusehen.

original prusa i3 mk3 review
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Original Prusa i3 MK3 im Test Preise und Upgrades

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Zwei Prusa i3 MK3, brüderlich Seite an Seite

Der Preis des Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Bausatzes liegt bei ungefähr 770 €. Sein Vorgänger MK2 ist auch noch als Bausatz zu haben und kostet ca. 620 €.

Prusa Research bietet auch eine Reihe an Upgrade-Kits für Besitzer des MK2 und des MK2S an, die das Vorgängermodell auf den neuesten Stand bringen möchten. Neu ist auch das Upgrade für das Drucken von verschiedenen Materialien gleichzeitig und die dafür hilfreichen Filament-Sensoren für bis zu vier Extruder. Die komplette Auswahl kannst du dir hier anschauen.

Zu guter Letzt hat das neue EINSY RAMBo einen speziellen Eingang für den Raspberry Pi Zero W. Damit kann man die OctoPrint Funktionen ganz einfach zum Drucker hinzuzufügen. Prusa Research plant darüber hinaus noch eine spezielle Firmware für eine WLAN-Verbindung mit dem LCD-Bedienfeld.

Unserer Erfahrung nach sind Upgrades für manche Komponenten des 3D-Druckers am nötigsten, die selbst mit einem 3D-Drucker produziert wurden und nachproduziert werden können. Wir wollen nicht andeuten, dass der Bausatz fehlerhaft ist, aber es gab ein paar Probleme mit der Qualität einiger 3D-gedruckter Bauteile. Und es kann außerdem immer einmal Bauteil während des Montage-Prozesses kaputt gehen.

Glücklicherweise ist es möglich, jedes einzelne Bauteil selbst zu produzieren, insofern man schon Zugang zu einem 3D-Drucker hat. Und mit dem neuen Versionskontrollsystem lässt sich überprüfen, ob man schon das aktuelle Set an Bauteilen für den Original Prusa i3 MK3 hat.

Unseres Wissens nach werden die mitgelieferten Originalbauteile alle in PET-G produziert, weshalb es sich empfiehlt, das gleiche Material zu verwenden. ABS ist jedoch auch verwendbar, denn aus diesem Kunststoff bestanden frühere Prusa 3D-Drucker-Bauteile. Und falls du zu viel Geld herumliegen hast, kannst du dir die Bauteile auch aus Laser gesintertem Nylon herstellen. Das wäre cool!

Eine nützliche Spielerei wäre auch der Austausch der vorhandenen Linearkugellager gegen solche aus Polymer. Das würde die Geräusche des 3D-Druckers nochmal dramatisch dämpfen. Und würden die Verwendung von Schmiermitteln überflüssig machen. Ein einfaches, aber sehr effektives Upgrade.

Zu guter Letzt möchten wir ein kleines Upgrade für das E3D V6 Hotend vorschlagen: eine kleine blaue Silikonabdeckung, dafür sorgt, dass das Hotend sauber bleibt und keine Mini-Kohleteilchen hineingelangen, die manchmal Drucke ruinieren.

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Original Prusa i3 MK3 im Test Abschließende Überlegungen

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Original Prusa i3 MK3 3D-Drucker-Test: Ja, auch die Erwachsenen freuen sich über Haribo!

Zunächst einmal möchten wir Jakub Dolezal zu seiner fantastischen technischen Bedienungsanleitung gratulieren (leider reicht die deutsche Bedienungsanleitung nicht an die englische heran) . Er hat eine Reihe an Bedienungsanleitungen für den Original Prusa i3 MK3 geschrieben, die sowohl leserlich als auch präzise und fehlerfrei sind. Danke Jakub!

Zu keinem Zeitpunkt waren wir aufgeschmissen oder haben uns fragen müssen, ob wir das Richtige tun. Genial ist auch, dass Nutzer Kommentare zu den Anleitungen beitragen können. Meistens sorgen diese Ergänzungen für positive Anregungen zur Verbesserung der Anleitungen oder gar der nächsten Druckergeneration.

Was uns zu einem weiteren wichtigen Punkt über die Montage des Original Prusa i3 MK3 bringt: Iterationsprozesse in Echtzeit zu erleben. Beim Vergleich zwischen MK2S mit MK3 wird klar, dass es große Designfortschritte gab.

Josef Prusa und sein talentiertes Team ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sie streben unentwegt danach, den bestmöglichen 3D-Drucker zu entwickeln. Wir bei ALL3DP finden sogar, dass der Original Prusa i3 MK3 dem perfekten 3D-Drucker schon sehr nahe kommt.

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Original Prusa i3 MK3

License: The text of "Original Prusa i3 MK3 im Test: Der nahezu perfekte 3D-Drucker" by All3DP is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.

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